„Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Pfarrer war begründet“: Ein Pfarrer wurde in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. © picture alliance/dpa
Vorzeitiger Ruhestand

„Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Pfarrer war begründet“

Pfarrer Diethelm Krema hat wegen des Vorwurfes, einen Jugendlichen sexuell belästigt zu haben, seinen Dienst nicht mehr ausgeübt. Der Vorwurf habe sich als begründet erwiesen, heißt es nun.

Pfarrer Diethelm Krema scheidet zum 30. April 2021 aus der Pfarrstelle II Friedenskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen/Hardt aus. Die letzten Jahre hat Pfarrer Krema seinen Dienst nicht mehr ausgeübt. „Diese Zeit war für uns alle keine leichte Zeit“, hieß es am Sonntag in der Pfarrei. Das durch die Landeskirche angestrengte Verfahren gegen Diethelm Krema sei abgeschlossen und „der Vorwurf habe sich als begründet erwiesen“. Im September 2016 wurde Pfarrer Diethelm Krema beurlaubt. Das gegen ihn laufende Verfahren wegen der sexuellen Belästigung eines Jugendlichen wurde nach Paragraf 153a, Absatz 1, der Strafprozessordnung von der Staatsanwaltschaft Essen zwar eingestellt, aber die Landeskirche bestand weiterhin auf einer disziplinarrechtlichen Fortsetzung des Verfahrens.

Landeskirche hielt am kirchenrechtlichen Verfahren fest

Gleichwohl hielt die Evangelische Landeskirche Rheinland, Dienstherrin des Pfarrers, am kirchenrechtlichen Verfahren fest: „Es ist nicht auszuschließen, dass ein Tatbestand aus Sicht des Strafrechts eingestellt wird, weil eine auferlegte Maßnahme geeignet war, das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung zu beseitigen, aus disziplinarischer Sicht des Dienstherrn aber einer weitergehenden Aufklärung bzw. Ahndung bedarf“, sagte Kirchensprecher Wolfgang Beiderwieden auf unsere Anfrage. Und: „Diese Voraussetzungen sehen wir bei dem gegen Herrn Krema eingeleiteten Verfahren als erfüllt an.“ „Nach wie vor kann keine Angabe gemacht werden, wie lange das Verfahren noch dauert“, berichtete der stellvertretende Presbyteriums-Vorsitzende Marcus Scholten im August 2018, als Reinhard Harfst „als Vertretung bis auf Weiteres“ vom Superintendenten des Kirchenkreises Dinslaken, Friedhelm Waldhausen, als Pfarrer zugeteilt wurde.

Im November 1992 wurde Diethelm Krema als Nachfolger von Erwin Schlief in das Amt des Pfarrers für den zweiten Pfarrbezirk der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen eingeführt.
Im November 1992 wurde Diethelm Krema als Nachfolger von Erwin Schlief in das Amt des Pfarrers für den zweiten Pfarrbezirk der Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen eingeführt. © Helmut Scheffler (A) © Helmut Scheffler (A)

Disziplinarkammer der Ev. Kirche Deutschland beschäftigt der Fall

Im März 2020 teilte Jens Peter Iven als Pressesprecher der Rheinischen Landeskirche unserer Redaktion mit: „Die Beurlaubung dauert an. Ihre Dauer ist vom Fort- bzw. Ausgang des Verfahrens abhängig. Diese Dauer liegt am Ende nicht in unseren Händen: Das Verfahren ist unsererseits schon vor geraumer Zeit zur Entscheidung an die Disziplinarkammer der EKD – das ist das zuständige Kirchengericht – in Hannover abgegeben worden. Deren Terminierung ist mehrfach verschoben worden.“ Ein weiteres Jahr verstrich, bis die Landeskirche eine Entscheidung traf. „Pfarrer Krema hat sich für sein Verhalten entschuldigt und um seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand gebeten“, wurde am Sonntag mitgeteilt. Die Evangelische Kirche im Rheinland habe hierzu erklärt: „Die Evangelische Kirche im Rheinland bittet den Betroffenen und seine Angehörigen für die begangene Verletzung durch einen ihrer Amtsträger um Entschuldigung. Der Kirchengemeinde Gahlen wünscht sie einen gelingenden Neuaufbruch.“

Der Bitte um Entschuldigung angeschlossen

„Dieser Bitte um Entschuldigung schließen wir uns an“, hieß es am Sonntag in der Abkündigung. Man wolle aber auch nicht übersehen, dass Pfarrer Krema viele Jahre engagierte Dienste in der Kirchengemeinde getan habe und hierfür danke man ihm.„Wir wollen nun unseren Blick nach vorne richten und haben dazu mit Pfarrer Harfst ja auch in den vergangenen Monaten schon viele verheißungsvolle Schritte getan“, teilte die Kirchengemeinde am Sonntag mit und bat „die Mitglieder unserer Gemeinde um ihr Vertrauen und ihre Begleitung für den Weg in die Zukunft unserer Gemeinde.“

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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