Kinder hören gerne zu, wenn ihnen vorgelesen wird. Es schärft ihr Sprachverständnis. © dpa
Meinung

Vorlesen muss sein – sonst bleiben Kinder schwer von Begriff

Das war zu befürchten: Die lange Lockdown-Zeit hat einigen Kindern massiv geschadet. Insbesondere den Kindern, die ohnehin schon benachteiligt sind. Sie brauchen Hilfe.

Vor Corona haben sich ehrenamtliche Helfer bemüht, benachteiligten Kindern bei schulischen Problemen zu helfen. Im Lockdown konnte die Hilfe kaum oder gar nicht aufrechterhalten werden. Das rächt sich jetzt. Die Lesekompetenz von Grundschulkindern hat spürbar nachgelassen.

Leider können oder wollen viele Eltern ihren Kindern nicht helfen. Sie halten die Schulen für zuständig oder sind schlicht nicht in der Lage, Leseanreize zu schaffen, weil sie selbst nicht lesen und gar nicht wissen, wie wichtig das Vorlesen für die Sprachbildung ihrer Kinder ist.

Keine Pflicht, sondern ein großes Vergnügen

Dabei ist gemeinsames Lesen keine lästige Pflicht, sondern ein großes Vergnügen für alle Beteiligten. Kinder, auch schon ganz kleine, hören nämlich gerne zu, wenn Vater oder Mutter, Großeltern oder ältere Geschwister ihnen Geschichten lebendig vortragen. Das fördert das Textverständnis der kleinen Zuhörer und auch ihren Sprachgebrauch. Kinder, die regelmäßig Geschichten vorgelesen bekommen, sind in der Schule schnell von Begriff. Alle anderen haben ein Problem, mit ihnen Schritt zu halten.

Diese Defizite wieder wettzumachen, ist ein hartes Stück Arbeit. Aber die macht Spaß, insbesondere dann, wenn die kleinen Zuhörer beim Vorlesen begreifen, welche spannenden Gedankenwelten ihnen das Lesen eröffnet. Fernsehen, Handy und Computer können das nicht bieten.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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