Die Familie von Paul Schürmann ist mit vier Generationen unter einem Dach im beliebten Musikerviertel von Dorsten zu Hause. Anette Schürmann, Schwiegersohn Alexander Grote mit seiner Frau Melanie und dem jüngsten Spross des Hauses, Anneleen, Vater, Opa und Uropa Karl Wemhoff und Paul Schürmann mit Franziska. © Claudia Engel
Abenteuer Hausbau

Vier Generationen unter einem Dach: Das Glück einer Dorstener Familie

Eine Dorstener Familie hat beim Hausbau 1983 vorgesorgt. Für viele unvorstellbar, leben mittlerweile vier Generationen unter einem Dach. Das war ursprünglich gar nicht so geplant.

Die Familie von Paul Schürmann kommt aus dem Hervester Marienviertel. „Hier bin ich mit fünf Geschwistern aufgewachsen“, sagt er. Seine Frau Anette, eine gebürtige Wemhoff, ist dagegen ein Kind der Feldmark. Sie wuchs im Elternhaus im Musikerviertel rund um die Händelstraße des Dorstener Stadtteils Feldmark auf. Als Paul Schürmann seine Anette heiratete, besiegelte er mit diesem Eheversprechen seinen Umzug vom Marienviertel ins Stadtsfeld. Denn das junge Paar konnte auf einem Grundstück in der Hindemithstraße bauen, das den Wemhoffs gehörte. Dort zogen sie 1985 ein – und der Schwiegervater wenig später gleich mit.

In diesem beliebten Wohnviertel im Dorstener Stadtsfeld zwischen Händelstraße und Marler Straße hat ein Generationenwechsel in zahlreichen Häusern stattgefunden. © rvr.3d © rvr.3d

„Ursprünglich war unser Haus nicht als Generationenhaus geplant, das hat sich dann aber durch eine familiäre Tragödie so ergeben“, sagt Schürmann. Der Schwiegervater verlor seine Frau früh nach schwerer Krankheit. „Wir wollten meinen Vater nicht allein lassen und so kam er dann zu uns“, sagt Anette Schürmann.

Der Älteste wohnt im Souterrain des Hauses

Karl Wemhoff bewohnt seitdem eine Souterrainwohnung im Haus. Die hat sein Schwiegersohn für ihn ausgebaut. Ursprünglich war das mal das Büro des Schornsteinfegermeisters Paul Schürmann. Für seinen Schwiegervater machte er aber gerne Platz. Und so kann der Senior des Hauses jederzeit das familiäre Zusammensein genießen, wenn ihm danach ist. Das gilt umgekehrt genauso.

In der Hindemithstraße war das Grundstück der Familie Schürmann das letzte, das bebaut wurde. © privat © privat

Paul Schürmanns Immobilie ist ein stattliches Haus am Ende einer Sackgasse. Neben Karl Wemhoff, der heute 90-jährige Uropa, Opa und Vater, leben auch Tochter Melanie mit ihrem Mann Alexander Grote und den beiden Töchtern Franziska (2 Jahre) und Anneleen (8 Monate) unter einem Dach. Die großzügige Bauweise aus den 1980er-Jahren hat sich für die ganze Familie als Glücksfall erwiesen.

Etwas unscharf, aber trotzdem gut zu erkennen: Freiwillige Feuerwehrkollegen von Paul Schürmann stiegen mit aufs Dach, um die Ziegel zu verlegen. © privat © privat

Die Bauzeit von 1983 bis 1985 ist Anette und Paul Schürmann in guter Erinnerung geblieben. Die Schwieger-Familien packten mit an, außerdem Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Marienviertel. Ihnen fühlt sich Paul Schürmann bis heute verbunden, auch wenn er schon so lange in der Feldmark zu Hause ist. „Das streift man nicht ab. Am Anfang habe ich tatsächlich schon mal falsche Wege eingeschlagen, um nach Hause zu fahren“, erzählt er augenzwinkernd. Mittlerweile hat er sich aber in der Feldmark gut eingebürgert.

Freude beim Richtfest
Freude beim Richtfest © privat © privat

Beim Hausbau in den 1980er-Jahren war das Richtfest ein Großereignis. Die versammelte Nachbarschaft kam zusammen, um unter den Dachsparren auf die junge Familie und ihr Wohnglück nebenan anzustoßen. Zahlreiche Fotos im Familienalbum zeigen, wie groß die Anteilnahme war, aber auch die Freude, dass es bis zum Einzug nicht mehr lange dauern würde.

Enge familiäre Bindungen

Apropos Einzug: Die Rückkehr von Tochter Melanie ins Elternhaus ließ nach deren Heirat ebenfalls nicht lange auf sich warten. Ihren Zukünftigen hatte sie als Bruder der Braut ihres Bruders Sebastian auf der Hochzeit kennen- und lieben gelernt. Weil die familiären Bindungen ohnehin eng sind, hatten weder die Eltern Schürmann noch Opa Karl Wemhoff ein Problem damit, dass die jungen Eheleute Grote ebenfalls mit ins Haus an der Hindemithstraße eingezogen sind.

Junge Familie lebt im Dachgeschoss

Unterm Dach leben sie jetzt mit ihren beiden Kindern – und alle sind glücklich über diese Lösung. „In einem Mehrgenerationenhaus hat jeder seinen Platz. Jeder macht, was er möchte und redet den anderen nicht rein“ – so lautet das Rezept für ein einträchtiges Miteinander im Haus. Nichts aber geht über die gemeinsame Kaffeestunde im Parterre – sie ist für Karl Wemhoff immer wieder ein Genuss, wenn er seinen Urenkelchen beim Spielen zuschauen kann.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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