Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Viele Wildunfälle auf Dorstens Straßen: So verhalten sich Autofahrer richtig

dzUnfallgefahr

Zwei Wildunfälle am Wochenende, zwei weitere in der letzten Woche. Auf Dorstens Straßen kommt es derzeit häufig zu Kollisionen mit Tieren. Auch die Zeitumstellung spielt eine Rolle.

Dorsten

, 16.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es sind alarmierende Zahlen, die die Polizei und der Hegering auf Anfrage mitteilen. „Mehr als 50 Wildunfälle hat es in den ersten drei Monaten des Jahres in Dorsten gegeben“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Im gesamten Jahr 2018 waren es rund 180, im Jahr davor sogar mehr als 200. „Das sind die Unfälle, die uns gemeldet wurden“, meint Hörst vielsagend. Die Dunkelziffer ist womöglich deutlich höher.

Dorsten und Haltern sind Unfall-Spitzenreiter

Dorsten und Haltern sind in dieser Unfall-Statistik die Spitzenreiter im Kreis Recklinghausen. Besonders häufig kracht es zwischen Mensch und Tier auf der B 58 in Wulfen und Deuten sowie auf der Lippramsdorfer Straße in Lembeck. Der Vorsitzende des Hegerings Dorsten und Herrlichkeit Lembeck, Hermann Wolff, glaubt, dass jedes dritte Rehwild, das in Dorsten ums Leben kommt, überfahren wird.

Zur Sache

Was tun bei Wildunfällen?

1) Unfallstelle absichern: Schalten Sie das Warnblinklicht ein, legen Sie eine Sicherheitsweste an, sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Eventuell um Verletzte kümmern. 2) Polizei rufen: Benachrichtigen Sie die Polizei, um den Unfall zu dokumentieren. Diese verständigt auch das zuständige Forstamt. 3) Totes Wild entfernen: Ziehen Sie das tote Wild an den Straßenrand, aber nur mit Schutzhandschuhen (Tollwutgefahr!). 4) Packen Sie das angefahrene Tier nicht in Ihren Kofferraum! Die Mitnahme ist für Autofahrer verboten - egal ob tot oder lebendig. Vorsicht bei verletzten Tieren: Bleibt das Tier verletzt liegen, nähern Sie sich auf keinen Fall - es könnte gefährlich werden. 5) Lassen Sie sich von Polizei oder Jagdpächter eine Wildschadenbestätigung ausstellen. Nehmen Sie umgehend Kontakt zu Ihrer Versicherung auf. Beseitigen Sie Unfallspuren am Fahrzeug erst nach der Begutachtung durch die Versicherung.

Und es könnte in den nächsten Wochen noch schlimmer kommen: „Anfang Mai bekommen die Ricken ihre Kitze“, sagte Wolff angesichts steigender Unfallzahlen bereits im letzten Jahr. „Die Kitze aus dem Vorjahr werden dann von den Muttertieren abgestoßen und verjagt.“

Auf der Suche nach einem neuen Lebensraum wechselt das Wild eben auch gerne mal die Straßenseite. Und läuft Autofahrern dann vor die Kühler. Dabei spielt auch die Umstellung auf die Sommerzeit eine Rolle. „Die Fahrzeuge sind jetzt morgens eine Stunde früher unterwegs“, erklärt Polizeisprecherin Hörst. Aber das Wild „tickt“ eben anders.

Polizei nach einem Unfall unedingt einschalten

Kommt es zum Zusammenstoß, sollte unbedingt die Polizei alarmiert werden, sagt Hörst. Das ist auch für die spätere Schadenregulierung von entscheidender Bedeutung. Damit ihre Versicherung den Wildschaden übernimmt, benötigen Autofahrer auf jeden Fall eine Teilkasko oder Vollkasko.

In der Grundversicherung sind meist nur diejenigen Unfälle abgedeckt, die tatsächlich durch Wild verursacht wurden. Wurde ein Tier bei dem Unfall getötet oder verletzt, so wird der hinzugezogene Jagdpächter entsprechende Beweise aufnehmen und diese in seiner Wildunfall­bescheinigung festhalten. Dann gleicht die Versicherung den Schaden aller Wahrscheinlichkeit nach umgehend aus.

Bei einem Ausweichmanöver ist die Beweisführung schwierig

“Wenn das Auto bei einem Ausweichmanöver beschädigt wird, das Tier aber wieder im Wald verschwunden ist, kann es Probleme bei der Beweisführung geben“, heißt es beispielsweise auf der Homepage der Allianz-Versicherung. „Bescheinigt Ihnen der Jagdpächter das Vorliegen eines ihm bekannten Wildwechsels an diesem Straßenabschnitt, so besteht zumindest die Chance, dass die Versicherung doch noch greift.“

Auch die Größe des Tieres ist entscheidend: Wer aus Tierliebe einem kleinen Hasen oder Fuchs ausweicht und dadurch Schaden erleidet, bekommt diesen wahrscheinlich nicht ersetzt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt