Viele Leerstände trüben den positiven Eindruck in der „neuen“ Lippestraße

dzFußgängerzone Dorsten

Ein Großteil der Lippestraße ist umgestaltet. Viele Leerstände trüben derzeit den positiven Eindruck im nördlichen Bereich der Dorstener Fußgängerzone. Doch der Schein trügt ein wenig.

Dorsten

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwischen Klosterstraße und Westwall ist mittlerweile zu sehen, wie eines Tages die gesamte Fußgängerzone in Dorsten aussehen wird. Das Pflaster liegt, die Bäume sind gepflanzt, Fahrradständer installiert, Straßenlaternen vorbereitet. „Wir bekommen fast nur positives Feedback“, sagt Christoph Krafczyk, Leiter des Stadtteilbüros „Wir machen Mitte“. Und doch spielt sich auf diesem Teil der Fußgängerzone gerade scheinbar Bedenkliches ab.

Citymanager findet die Situation „im gesunden Bereich“

Mehr als ein halbes Dutzend Ladenlokale stehen leer. „Traurig“ findet Sybille Eiben (Modehaus Gartz) die Entwicklung. Sie macht dafür zum Teil den „Abwärtstrend im Einzelhandel“ verantwortlich. „Ich bin froh, dass ich so viele Stammkunden habe.“

„Im gesunden Bereich“ nennt Christoph Krafczyk vom Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ hingegen die Situation. „Für die meisten Ladenlokale gibt es bereits neue Mietverträge.“ Namen und Laufzeiten nennt der Citymanager allerdings nicht. Die ersten Neueröffnungen soll es bereits in einigen Wochen geben, andere wohl erst im nächsten Jahr.

Viele Leerstände trüben den positiven Eindruck in der „neuen“ Lippestraße

© Stefan Diebäcker

Die alte Gaststätte „Zum Lippetor“ wird gerade mit dem benachbarten Ladenlokal zu einem größeren Friseurgeschäft umgebaut. Dort zieht dann dem Vernehmen nach ein Salon ein, der bislang 100 Meter weiter südlich war und einen neuen Leerstand hinterlässt. Diesen Weg hatte bereits „Corinna Moden“ gewählt.

Einige Geschäfte verschwinden schnell wieder

Auf der oberen Lippestraße gibt es dann drei Friseurgeschäfte in unmittelbarer Nachbarschaft. Denn im früheren Lippe-Café hat vor Kurzem ebenfalls ein Friseur eröffnet. Das Haus mit den schicken Erkern wird, nachdem die Baustelle vor der Tür verschwunden ist, gerade über das Hof- und Fassadenprogramm saniert. Das hatte der Eigentümer bereits im Dezember angekündigt.

Das Lippe-Café hatte sich nicht lange halten können. Gleiches gilt nun für das Süßwaren-Outlet neben dem Dorsten-Treff und den „Dorsten City Markt“ schräg gegenüber. Die Fluktuation in der Fußgängerzone ist aus Sicht von Christoph Krafczyk aber nicht bedenklich. „Das schafft auch Raum für neue Geschäftsideen.“ Die allerdings auch scheitern können.

Mercaden sollten der Lippestraße helfen

Probleme in der Fußgängerzone gab es in den letzten Jahrzehnten immer wieder. Mal stand die Recklinghäuser Straße im Fokus, mal die Essener Straße. In den letzten Jahren machte vor allem die Lippestraße Sorgen. Mit der Eröffnung der Mercaden und dem erwarteten Kundenstrom sollte die Lage dort attraktiver für Geschäftsleute werden, doch die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Das Einkaufszentrum hat selbst Probleme genug.

Mit dieser gewerblichen Baustelle hat das Stadtteilbüro nichts zu tun. Zweimal im Jahr holt Christoph Krafczyk aber Hauseigentümer und Makler an einen Tisch, um die Vermietungssituation in der Fußgängerzone zu diskutieren. Zuletzt war das Anfang April der Fall. Das soll helfen, Leerstände zu vermeiden.

Leerstand-Management hilft weiter

„Es ist wichtig, in der Sache eng zusammenzuarbeiten“, sagt der Citymanager. „Wir bekommen Anfragen, Makler auch. Wenn man selbst nicht weiterhelfen kann, kann es vielleicht jemand anderes.“ Denn jedes Ladenlokal habe seine eigene Geschichte. Mal hakt es am Mietpreis, mal am Zuschnitt der Räumlichkeiten, mal an der Lage.

Viele Leerstände trüben den positiven Eindruck in der „neuen“ Lippestraße

Der Textilfilialist NKD eröffnet am 25. April eine Filiale in der Dorstener Altstadt. © Stefan Diebäcker

Ein positives Signal gibt es derweil aus der Recklinghäuser Straße. Im früheren „Intertoys“-Geschäft hat am Donnerstag (25. April) der Textilfilialist NKD eröffnet. Das Unternehmen aus dem oberfränkischen Bindlach hat Filialen u.a. in Lembeck und Schermbeck und verspricht auf 330 Quadratmetern „modische und funktionale Textilien für die ganze Familie sowie Accessoires zur Verschönerung des Zuhauses“.

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