Verwirrte Dorstenerin terrorisierte jahrzehntelang Nachbarn

Fäkalien vor Tür gekippt

Sie war das Schreckgespenst der Dörnekamp-Anwohner: Eine alte, offenbar verwirrte Frau hat jahrzehntelang die Nachbarn terrorisiert - und mitunter nachts ihre Fäkalien auf Nachbargrundstücken verteilt. Mit dem Tod der Frau könnte die tragische Geschichte jetzt enden. Doch das Schlusskapitel sorgt für neuen Unmut.

DORSTEN

von Von Klaus-Dieter Krause

, 16.08.2013, 17:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Und noch sei kein Termin für das Großreinemachen in Sicht, weil die Eigentumsverhältnisse für das Reihenhaus am Dörnekamp ungeklärt sind. „Wir haben das Gericht nachdrücklich gebeten, möglichst schnell einen Nachlassverwalter einzusetzen“, erklärt die städtische Pressesprecherin Lisa Bauckhorn, „mehr können wir nicht tun.“ Und was ist mit der Hygiene? „Ein Fachmann des Kreises war vor Ort und hat keine Seuchengefahr festgestellt. So leid es mir tut: Die Anwohner müssen sich wohl ein paar Wochen gedulden.“

Diese Geduld ist jedoch nach Auffassung der Betroffenen seit langem überstrapaziert. Schon 2003 wurde das Kreis-Gesundheitsamt mit dem Satz zitiert: „Jeder hat ein Recht auf Verwahrlosung.“ Das mag für Marotten gelten, wie das messiehafte Sammeln von Sperrmüll. Aber nachts herumgeistern und anderen Leuten Urin vors Haus schütten? Lisa Bauckhorn: „Nachdem ein Richter sich mit der Frau unterhalten und ihr Normalität bescheinigt hatte, fehlte uns die Handhabe für eine Zwangseinweisung.“ Dennoch fragen sich nicht nur die Nachbarn: „Wann ist denn dann der Punkt erreicht, wo man nicht nur andere, sondern vor allem auch verwirrte, kranke Menschen vor sich selbst schützen muss?“

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