Die gestrichelte Linie ist die durch das Gewerbegebiet „Im Köhl" auf der Trasse der Wienbachstraße geplante Westumgehung Wulfens. © Westnews-Grafik: Martin Klose
Straßenbau

Verkehr wird stärker: Pläne für Ortsumgehung kommen wieder ins Spiel

Ein neues Industriegebiet in Dorsten wird zu mehr Durchgangsverkehr führen. Aber es gibt Pläne für eine Ortsumgehung, die das Land bisher aus Geldgründen zurückstellt. Jetzt rührt sich was.

Der an der B 58 auf dem Gelände der Ex-Schachtanlage Wulfen geplante Industriepark Große Heide wird nicht nur hunderte neue Arbeitsplätze bringen. Sondern auch zu viel mehr Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße führen, die mitten durch den Ortskern von Wulfen führt.

Um zumindest die Verkehrsbelastung auf der stark frequentierten Hervester Straße durch Wulfen und der B 58-Kreuzung zu reduzieren, kommt nun eine geplante Umgehung wieder ins Spiel, die schon seit Jahrzehnten Thema ist, aber bislang aus Kostengründen nicht realisiert wurde.

Und zwar die L 608n, die „Westanbindung“, die in ihrem südlichen Verlauf zwischen B 58 und Hervester Straße auf der Trasse der Wienbachstraße und darüber hinaus geplant ist.

Appell von Friedhelm Fragemann (SPD)

Im Umwelt- und Planungsausschuss appellierte dessen Vorsitzender Friedhelm Fragemann (SPD) unlängst an alle Fraktionen, sich bei Vertretern der Landesregierung und beim RVR für eine schnelle Umsetzung der bereits geplanten südlichen Westumgehung Wulfens stark zu machen.

Unterstützung bekam er dabei von Vertretern der Stadt. Die Verwaltung bestätigte, dass die Umgehung bereits in der 1. Prioritätsstufe des Landesbedarfsplanes sei.

Die Wienbachstraße durch das Gewerbegebiet „Im Köhl” ist gut ausgebaut und als Trasse für eine mögliche Ortsumgehung vorgesehen. © Geonetzwerk Metropole Ruhr © Geonetzwerk Metropole Ruhr

Die notwendigen Schritte für die Ausbauplanung sind aber noch nicht erfolgt. „Von einer Umsetzung sind wir derzeit meilenweit entfernt, also müssen wir Druck machen“, so Fragemann gegenüber unserer Redaktion. „Und dafür sorgen, dass auch die Anschlüsse gebaut werden“- und zwar am Autohaus Borgmann (Hervester Straße) und am Friedhof (B 58).

„Für Dorsten wesentlich“

„Auch wenn aufgrund finanziell begrenzter Ressourcen andere Maßnahmen Vorrang haben, darf das nicht dazu führen, dass eine für Dorsten wesentliche Maßnahme faktisch auf den St. Nimmerleinstag verschoben wird“, so Fragemann. „Die Umgehung würde den Ortskern erheblich entlasten, weil der über die B 58 nach Westen fließende Verkehr Richtung der nahegelegenen A31 vollständig aus dem Ortskern herausgehalten werden könnte.“

Die Trasse habe den Vorteil, dass die Straße „schon weitgehend als Erschließung des Industriegebietes Köhl in entsprechender Größenordnung vorhanden ist“, so Fragemann in einem Schreiben an den hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Michael Hübner, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Mitglied des Fraktionsvorstandes im RVR-Parlament ist.

„Es ist überfällig“

„Es ist also überfällig, auf Landesebene und in der integrierten Verkehrsplanung des Regionalrates dafür zu sorgen, dass die L608n endlich in den Landesstraßenausbauplan gelangt, damit die Gelder für die konkrete Planung und den Bau bereitgestellt werden können“, bittet er Hübner darum, sich für die Dorstener Belange einsetzen

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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