Verkaufsoffene Sonntage in Dorsten wieder auf der Kippe

dzEinzelhandel

Fünf verkaufsoffene Sonntag in der Dorstener Altstadt und in Lembeck waren in diesem Jahr noch geplant. Zwei Termine sind schon gestrichen, die übrigen stehen ebenfalls auf der Kippe.

Dorsten

, 04.09.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der ohnehin gebeutelte Einzelhandel in Dorsten hat unter der Coronakrise enorm gelitten. Da ist jede Hilfe, Umsatzeinbußen einzudämmen und Arbeitsplätze zu sichern, willkommen. Die Idee, in der Altstadt und in Lembeck in diesem Jahr noch insgesamt fünf verkaufsoffene Sonntage auszurichten, wird ausgerechnet von der Arbeitnehmer-Gewerkschaft Verdi torpediert.

Entscheidung auf Oktober vertagt

Der Stadtrat hat am Mittwoch die Entscheidung über die Aktionstage auf Anfang Oktober vertagt. Damit ist klar: Der am 6. September geplante verkaufsoffene Sonntag in Lembeck fällt aus, der am 20. September in der Altstadt ebenfalls. Ob die Geschäfte am 10. Oktober (Altstadt) sowie am 8. (Altstadt) und 29. November (Altstadt und Lembeck) öffnen dürfen, steht in den Sternen.

Hintergrund: Die Stadtverwaltung hat in dieser Woche Post von Verdi bekommen. Die Arbeitnehmer-Gewerkschaft deutet an, dass sie verkaufsoffene Sonntage ohne Rahmenprogramm gerichtlich anfechten werde. Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte sie zuletzt Recht bekommen, verkaufsoffene Sonntage in Lemgo und Bad Salzuflen wurden daraufhin abgesagt.

Gericht: Sonntagsöffnung nicht gerechtfertigt

Das Gericht folgte der Argumentation der Gewerkschaft, dass die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Einzelhandel keine Sonntagsöffnung rechtfertigen. Der verkaufsoffene Sonntag dürfe nicht die prägende Veranstaltung sein - obwohl die Landesregierung zuletzt eine Ausnahmegenehmigung erlassen hatte.

Jetzt lesen

Bürgermeister Tobias Stockhoff kündigte ein Gespräch in der kommenden Woche mit Vertretern der Interessengemeinschaft Altstadt an. Es gebe bereits „kreative Ansätze“, um mit einem kleinen Rahmenprogramm „unter Corona-Bedingungen“ die verkaufsoffenen Sonntage juristisch wasserdicht zu machen. Der 10. Oktober als nächstmöglicher Termin sei aber „sportlich“.

Politik kritisiert Verdi

Unverständnis über das Urteil des OVG Münster, aber vor allem über die Intention von Verdi äußerten fast alle Sprecher der Ratsfraktionen. Tenor: Die Gewerkschaft handelt in Zeiten, in denen viele um ihren Job bangen oder in Kurzarbeit sind, nicht im Interesse der Arbeitnehmer.

Lesen Sie jetzt