Verkäufer aus Dorsten prellt zahlreiche Fans von Robbie Williams um teure Konzertkarten

dzProzess

Viele Robbie-Williams-Fans freuten sich auf die Tournee ihres Idols. Doch sie kamen nicht in die Konzertarenen - sie waren einem Ticketbetrüger aufgesessen. Jetzt stand der Mann vor Gericht.

Dorsten

, 14.10.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Superstar Robbie Williams kam 2017 nach Deutschland, um seine Fans mit der „Heavy Entertainment Show“ in fünf großen Arenen (Düsseldorf, Hannover, Frankfurt, München und Berlin) zu beglücken. Ein Dorstener, Verkäufer von Beruf, nahm die damalige Tournee des britischen Musikers zum Anlass, ein paar Euro nebenbei verdienen zu wollen. Das brachte ihm am Mittwoch einen Prozess vor dem Dorstener Schöffengericht ein - und dazu noch ein herbes finanzielles Verlustgeschäft, wie er im Gerichtssaal betonte.

Um die 100 Euro teuer

Der Angeklagte hatte rund 50 Eintrittskarten für unterschiedliche Konzertorte der Robbie-Williams-Tour im Internet gekauft - alle um die 100 Euro teuer, alle auf Rechnung, er musste sie also erst später bezahlen. Da die Konzertagentur das Ticket-Kontingent für die jeweiligen Käufer limitiert hatte, bestellte der Angeklagte einen Teil der Karten unter dem Namen seiner Oma.

Der Dorstener hoffte auf ausverkaufte Häuser und damit auf einen satten Gewinn. Die Tickets versteigerte er nämlich später im Internet-Auktionshaus „Ebay“ - in der Annahme, die Fans würden ihm letztendlich für die Eintrittskarten mehr bezahlen als er selbst ausgeben hatte.

In die Röhre geschaut

Rund 20 seiner Kunden, die sich auf einen schönen Konzertauftritt mit ihrem Lieblingsmusiker gefreut hatten, schauten in die Röhre. Als sie nämlich am jeweiligen Einlass in Hannover, Düsseldorf oder Berlin die bei dem Angeklagten erworbenen und von diesem an sie verschickten Tickets vorweisen wollten, verweigerten ihnen die Ordner den Einlass. Der Dorstener Verkäufer hatte nämlich diese Karten verschickt, ohne sie selbst vorher bezahlt zu haben - weswegen der Tourneeveranstalter die Tickets gar nicht erst freigeschaltet hatte.

Anzeige erstattet

Die geprellten Kunden erstatten Anzeige bei der Polizei, die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein. Im Gerichtssaal erklärte der Dorstener sein damaliges Verhalten mit einer schwierigen persönlichen Phase, in der er sich befunden hatte: Er habe zu der Zeit seinen Job verloren, im engeren Familienkreis gab es einen Todes- und mehrere schwere Krankheitsfälle.

Acht Monate

Da Ebay zwischenzeitlich sein Nutzer-Konto gesperrt hatte, habe er den Schaden nicht bei allen seiner Betrugsopfer wiedergutmachen könne. Dies sei aber inzwischen geschehen. Da er bei den Auktionen zum Teil draufgezahlt hatte, sei die ganze Geschichte sehr teuer für ihn gewesen: „Die hat mich 3000 bis 4000 Euro gekostet“, sagte er. Hinzu kommt das Gerichtsurteil: acht Monate auf Bewährung.

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