"Pilze sammeln verboten!" Wer diese Schilder in der Üfter Mark missachtet, muss mit Verwarn- oder sogar Bußgeldern rechnen. © Berthold Fehmer
Pilze

Verbotsschilder halten manche Pilzsammler nicht ab – dann wird´s teuer

„Pilze sammeln verboten!“ Die Schilder an den Wegen der Üfter Mark sind eigentlich unzweideutig. Doch das hält die zum Teil professionellen Pilzsammler kaum ab. Dann kann es teuer werden.

In diesem Jahr gebe es weniger Pilze als sonst, sagt Revierförster Christoph Beemelmans. Die zu trockenen Jahre vor 2021 hätten dafür gesorgt, dass der Waldboden „nachhaltig gelitten“ habe. „Die Pilze im Boden sind in Teilen vertrocknet. Der Ausschuss an Fruchtkörpern ist deutlich niedriger.“

Die Verbotsschilder, die seit einiger Zeit an den Waldeingängen hängen, werden trotzdem häufig missachtet. Erst am Sonntag hat Beemelmans noch erlebt, dass drei Männer an der B 224 aus dem Auto ausstiegen, an einem Verbotsschild vorbei in den Wald gingen und mit Pilzen zurück zum Auto kamen. Dort erwartete sie bereits Beemelmans.

Pilze wieder im Wald verstreut

„Ich habe die Pilze in Empfang genommen und wieder in den Wald gestreut“, sagt er. Von den Männern, die sich sofort entschuldigt hätten, habe er sich die Personalien geben lassen. Die allermeisten Leute würden sich an das Verbot des Pilzsammelns in der Üfter Mark halten, sagt Beemelmans. Doch es gibt auch andere.

Beemelmans hat schon beobachtet, dass sich Gruppen von etwa einem halben Dutzend Männer von einem Auto am Wald aussetzen lassen, das dann weiter fährt. „Aus taktischen Gründen“, wie Beemelmans sagt, damit das Auto nicht irgendwo parkt und dort auffällt. Nach erfolgreicher „Pilzejagd“ wird der Fahrer zurückgerufen und sammelt die Männer ein. In solchen Fällen schreibt Beemelmans Personalien auf, macht Beweisfotos und leitet den Fall weiter an die Untere Naturschutzbehörde. Bußgelder bis zu 300 Euro seien möglich.

Weniger Pilze als in den Vorjahren gibt es in der Üfter Mark.
Weniger Pilze als in den Vorjahren gibt es in der Üfter Mark. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Ein Verwarngeld von 55 Euro für unerlaubtes Pilzesammeln verhängt Beemelmans bei manchen Pilzsammlern selbst. „Wenn die mit drei Tüten aus dem Wald kommen und da kreuz und quer marschiert sind.“ Bei einer Bekannten, die er mehrfach beim Sammeln erwischte, machte er keine Ausnahme.

„Die Masse Mensch hält der Pilz nicht aus“

Warum ist das Pilzsammeln ein Problem für die Natur? Die „Übernutzung der Fruchtkörper“ sorge dafür, dass der eigentliche Pilz im Boden absterbe, so Beemelmans. „Die Masse Mensch hält der Pilz nicht aus.“ Die Fruchtkörper seien wichtig für die Vermehrung der Pilze.

Von seinem Förster-Vorvorgänger habe er immer gehört, wie einfach es früher gewesen sei, einen Korb Pilze in der Üfter Mark zu sammeln. „Da war die Masse noch da“, so Beemelmans. Letztlich diene das Sammelverbot dem Naturschutz. Beemelmans: „Der Mensch muss Refugien lassen, wo man nicht drin herumfummelt.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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