Verantwortungslose Menschen werfen ihre Katzen raus

Ein Elend in Dorsten

Katzen sind beliebte Haustiere. Doch manche sogenannte Tierfreunde setzen ihre Katzen aus, wenn sie keine Lust mehr auf sie haben. Sie überlassen sie unkastriert und ungeimpft ihrem Schicksal. So auch in der Bauerschaft Lasthausen zwischen Lembeck und Deuten.

Dorsten

, 24.03.2017, 14:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Verantwortungslose Menschen werfen ihre Katzen raus

Kater Henri, knapp ein Jahr jung, wurde in der Lasthausener Bauerschaft ausgesetzt.

In der Bauerschaft Lasthausen, zwischen Deuten und Lembeck sind die Bewohner die Leidtragenden dieser verantwortungslosen Mitmenschen. Christa Reichert wohnt seit 18 Jahren in der neun Höfe umfassenden Bauerschaft Lasthausen im Grenzgebiet Lembeck-Deuten. Und kennt vom ersten Tag an das Katzenelend, das verantwortungslose Mitmenschen verursachen: „Bei uns werden ständig Katzen ausgesetzt. Vielleicht, weil die Besitzer annehmen, in unserer Bauerschaft kümmert sich schon jemand um sie.“ 50 ausgesetzte Katzen hat Christa Reichert seit 1999 kastrieren lassen. Erst kürzlich wurde wieder ein knapp einjähriger Kater in ihrer Nachbarschaft seinem Schicksal überlassen: „Ich hab ihn dann angenommen“, sagte Reichert auf Anfrage.

Weil die 80-jährige Nachbarin von Christa Reichert bereits 13 herrenlose Katzen unterschiedlichen Alters aufgenommen hat  und auf vorbildliche Weise pflegt, wollte Reichert der alten Dame nicht auch noch diese weitere Last aufbürden: „Dafür habe ich mit Neuzugang Kater Henri jetzt sechs Katzen“, sagte sie.

Das heißt aber nicht, dass sie das Verhalten der ehemaligen Katzenbesitzer in irgendeiner Weise billigt. „Ich kann nicht begreifen, wie man die Tiere erst zu sich nehmen und dann sich selbst überlassen kann, nur weil sie ihnen plötzlich lästig geworden sind.“ Im Tierheim Dorsten kennt man die Problematik zu Genüge. Heike Unkel, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Dorsten, sagte auf unsere Nachfrage: „Wir sind mit der Stadt Dorsten seit über einem Jahr im Gespräch wegen eines Registrierungs- und Kastrationsprogramms für Freigänger-Katzen. Ich hoffe, dass es noch in diesem Jahr spruchreif wird.“ Demnach können Katzenbesitzer belangt werden, wenn ihre Katze verwahrlost aufgegriffen wird. „Dann haben wir dank der Registrierung einen Hinweis auf die Eigentümer.“

45 Katzenbabys im Herbst 2016

Im Herbst letzten Jahres hatte das Tierheim in Hervest an der Ellerbruchstraße zwischenzeitlich 45 Katzenbabys aufzupäppeln, alle waren zwischen zwei Tagen und zwei Wochen jung. „Jäger dürfen Katzen ja nicht mehr abschießen und liefern die in Feld und Flur stromernden Tiere oder ihre Jungen bei uns ab“, si Unkel. Alle diese Kätzchen mussten mühevoll per Hand aufgezogen und versorgt werden. „Es wird allerhöchste Zeit, dass gegen das Katzenelend in Dorsten etwas unternommen wird“, sagte Heike Unkel. 

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