Ungewöhnliche Musiker begeisterten im Amphitheater des Bürgerparks

dzKonzert im Amphitheater

„Mitreißend!“ „Ungewöhnlich, aber genial.“ Die Dorstener urteilten einstimmig positiv über die Musik von Catt. Die Musikerin begeisterte am Freitagabend im Amphitheater des Bürgerparks.

Dorsten

, 02.08.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was wollte ich noch sagen? Keine Ahnung!“ Auch eine Art, den nächsten Song anzukündigen. Zu hören am Freitag im Dorstener Amphitheater von Fabian Till Reinkenhoff, der zu Beginn beim Konzert den souligen Part des Abends übernahm.

Projekt Tiflis Transit

Er stellte sein Projekt Tiflis Transit vor. Hier setzt sich der Musiker mit gesellschaftlichen Prozessen auseinander, mischt in den Texten Persönliches und Politisches – Bruchstücke von Erlebtem in Verbindung mit Dingen, die uns alle beschäftigen. Der Wuppertaler sagt: „Die Songs meiner EP ‚Mondaene Dysfunktion‘ beschreiben die Wohlstandskrankheiten unserer Gesellschaft.“

Verpackt wird das Ganze in souligen Melodien mit Ohrwurmqualitäten, die gleichermaßen Herz und Hirn ansprechen. Improvisation spielte beim Konzert immer wieder eine Rolle. „Einige Songs sind jedesmal anders, wenn ich sie spiele“, so der Künstler.

Fabian Till Reinkenhoff stellte sein Projekt Tiflis Transit vor.

Fabian Till Reinkenhoff stellte sein Projekt Tiflis Transit vor. © Ralf Pieper

Der zweite Höhepunkt des Abends

Nach dem spannenden Beginn mit Tiflis Transit folgte der zweite Höhepunkt: Catt aus Berlin. Aufgewachsen im Drei-Häuser-Dorf Starrel im Süden des Wendlands, umgab Catharina Schorling (so Catts bürgerlicher Name) die Musik von Kindesbeinen an. Ihre Mutter war Klavierlehrerin, ihr Vater spielt Trompete. Diese beiden Instrumente bestimmen neben dem Gesang ihr heutiges musikalisches Schaffen. Bevor sie ihre erste eigene EP mit dem Titel „Moon“ herausbrachte, tourte Catharina mit Stars wie Sarah Connor und Judith Holofernes (Wir sind Helden) als Keyboarderin, Posaunistin, Trompeterin und Background-Sängerin und arbeitete mit Nils Frevert im Studio.

Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr heraus

2020 ist Catt erstmals mit ihrem Soloprogramm unterwegs und begeistert die Zuhörer. So auch am Freitagabend in Dorsten. „Mitreißend!“ „Ungewöhnlich aber genial.“ Die Dorstener urteilten einstimmig positiv. Als sie zu den vorbereiteten Loops zur Posaune oder Trompete griff, kam das Publikum aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ihre Songs sind angesiedelt zwischen Pop und Folk. „See the moon changing its position like you going through transition. So don’t you worry, worry my dear, one day you see it, see it clear.“ Wie in dieser Zeile aus dem Titelsong ihrer EP „Moon“ fordert Catharina in ihren Songs auf, in schwierigen Zeiten die gewohnten Perspektiven zu wechseln, sich auf neue Pfade zu begeben.

Ursprünglich waren ihre Eigenkompositionen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber als die heute in Berlin lebende Catharina das Lied „Moon“ online stellte, war die Reaktion so positiv, dass sich auch für sie eine neue Perspektive als Musikerin ergab. Und die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte folgt. „Zurzeit arbeite ich an meinem ersten Album, das bei Listenrecords Berlin erscheinen wird“, so die 25-Jährige.

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