Zündende Idee vom Dorstener Stadtkraftwerk breitet sich aus

dzUmweltfreundliche Technologie

Das Umweltministerium ist interessiert. STEAG, RWE und die Gemeinde Voerde auch. Und die IHK in Gelsenkirchen will vielleicht Geld locker machen: Das Dorstener Stadtkraftwerk zündet.

Dorsten, Rhade

, 05.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Johannes Krecher (81) hat die Idee für ein Dorstener Stadtkraftwerk entwickelt. Ein Kraftwerk, das mit umweltfreundlicher Technologie betrieben werden kann. Sein regeneratives Stadtkraftwerk speist sich ausschließlich aus Strom aus Wind-, Sonne- und Biomasse und kann trotzdem bis zu 1,2 Millionen Menschen sicher versorgen. Dieses Modell, made in Dorsten, weckt das Interesse von Stromriesen, stieß aber auch beim Bundesumweltministerium und der Industrie- und Handelskammer Gelsenkirchen auf Interesse.

Sie wird sich kommende Woche mit einem Förderantrag von Johannes Krecher beschäftigen. Der möchte nämlich ein unabhängiges Ingenieurbüro gründen, das mit professionellem Know-how seine Ideen vorantreibt. „Mit Computern kenne ich mich nicht so gut aus, ich brauche kaufmännische und digitale Hilfe für die Präsentation“, sagt der 81-Jährige aus Rhade.

Fördergelder sind dringend notwendig

Zunächst aber hat der Rhader bei der ersten öffentlichen Vorstellung seiner Idee eines Stadtkraftwerkes punkten können. Allerdings braucht es auch Geld, um Idee, Planung und später auch Bau verwirklichen zu können. „Beim Bund gibt es Fördermittel ohne Ende, man muss aber den richtigen Topf finden, um ihn anzapfen zu können.“

Unerwartete Hilfe wurde dem Dorstener Ingenieur von einem hiesigen Bundestagsabgeordneten zuteil, nachdem er etwas über das Dorstener Stadtkraftwerk in der Dorstener Zeitung gelesen hatte. Der SPD-Bundestagsabgeordnete habe seiner Parteifreundin, Bundesumweltministerin Svenja Schulze, daraufhin die Unterlagen des Rhaders samt einem freundlichen Anschreiben vorgelegt. Und eine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Svenja Schulze hat sich bedankt und mir Tipps gegeben, an wen ich mich wenden soll“, so Johannes Krecher.

Gelandet ist der umtriebige Maschinenbauer bei der Industrie- und Handelskammer in Gelsenkirchen. Mithilfe eines kaufmännisch gut ausgebildeten Angehörigen setzte Krecher einen Businessplan auf und reichte ihn ein. „Ein IHK-Gremium wird sich mit meinem Antrag beschäftigen. Wenn alles gut geht, könnte ich vielleicht Fördergelder für das Büro bekommen“, meint der Pensionär.

Ein Meilenstein für den zwar technisch versierten, aber im geschäftlichen und kaufmännischen Bereich eher unerfahrenen Ingenieur, der seine Idee eines regenerativen Stadtkraftwerkes noch zu seinen Lebzeiten verwirklicht sehen möchte.

Spitzengespräch am Kraftwerksstandort Voerde

Vielleicht kommen ihm die Aktivitäten entgegen, die STEAG, RWE und Stadt Voerde zusammenbringen. „Die Beteiligten verhandeln kommende Woche über die Zukunft des Kraftwerksstandortes in Voerde. Das wurde 2017 stillgelegt. Mein Stadtkraftwerk ist eine der Alternativen, die erörtert werden sollen“, sagt Johannes Krecher.

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