Im Gesundheitsamt Berlin-Mitte wird bereits seit April mit der Sormas-Software gearbeitet, der Kreis Recklinghausen setzt derzeit auf eine andere Lösung. © picture alliance/dpa
Corona-Bekämpfung

Umstellung auf neue Corona-Software im Kreis erst für Sommer geplant

Die Software Sormas war als einheitliche Lösung zur Verfolgung von Corona-Kontakten geplant. Das Gesundheitsamt im Kreis Recklinghausen nutzt sie wie viele noch nicht. Das hat Gründe.

Eigentlich hatte die Bundesregierung geplant, die Gesundheitsämter in Deutschland bis Anfang des Jahres mit der modernen Software Sormas auszustatten. Diese soll das Nachverfolgen der Kontakte von Corona-Infizierten deutlich vereinfachen. Doch statt wie geplant 90 Prozent nutzen erst rund 30 Prozent aller Gesundheitsämter Sormas. Die Bundesregierung appelliert an Länder und Kommunen, die Software möglichst flächendeckend zu nutzen.

Aktuelle Belastung ermöglicht Umstellung nicht

Auch das Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen arbeitet aktuell noch nicht mit Sormas. Das sei eine bewusste Entscheidung, wie Pressesprecherin Lena Heimers auf Anfrage erklärt. Diese hänge vor allem mit der aktuellen Belastung angesichts der angespannten Corona-Lage zusammen. „Eine Umstellung ist im Moment nicht möglich, solange die Zahlen so hoch sind“, begründet die Kreis-Sprecherin.

Allerdings arbeite das Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie bereits mit einer anderen Software und sei daher „sehr digital“ aufgestellt. „Über Schnittstellen in unserem Programm sind wir mit den Ordnungsämtern in den Städten und dem Deutschen Roten Kreuz verbunden. Das wäre bei der Sormas-Software noch nicht möglich“, berichtet Lena Heimers.

Gesundheitsämter informieren sich gegenseitig

Grundsätzlich plant aber auch der Kreis Recklinghausen den Umstieg zu Sormas. „Wir peilen an, das Richtung Sommer zu machen, wenn die Zahlen hoffentlich wieder niedriger sind“, schildert Lena Heimers die Gedanken des Kreises.

Die interne Vernetzung im Kreis Recklinghausen funktioniert also, aber wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit den anderen Gesundheitsämtern aus? Hier soll die zentrale Sormas-Lösung entscheidend weiterhelfen. Bis jetzt würden sich hier keine Probleme ergeben, erklärt der Kreis. „Die Gesundheitsämter sind ohnehin verpflichtet, sich gegenseitig zu informieren“, meint Lena Heimers dazu.

Sormas wurde vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung bereits im Jahr 2014 entwickelt, um das Ebola-Virus in Westafrika zu bekämpfen. Auch eine speziell auf die Corona-Pandemie zugeschnittene Version gibt es seit mehreren Monaten. Der Aufruf von Bund und Ländern, flächendeckend auf diese Lösung zu setzen, kam spät. Viele Gesundheitsämter ließen sich bereits im Sommer eigene Softwarelösungen entwickeln, die aber nicht miteinander vernetzt sind – die Nachverfolgung von Infektionsketten wird dadurch erheblich erschwert.

Kurzfristig setzt der Kreis Recklinghausen bei der Corona-Verfolgung also stärker auf eine digitale Verbindung zu den Partnern in Dorsten und den anderen Kommunen des Kreises und weniger auf eine digitale Verbindung über Kreisgrenzen hinweg.

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Bastian Becker

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