Umbau des alten Petrinums zur Zentralen Unterbringungseinrichtung zieht sich weiter hin

dzFlüchtlingunterkunft

Der Umbau des alten Petrinums zu einer Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes NRW dauert an. An anderen Standorten schließt das Land insgesamt acht Einrichtungen.

Dorsten

, 18.10.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sanierung des alten Petrinums an der Bochumer Straße zieht sich weiter in die Länge. Ursprünglich sollten im August Flüchtlinge in der neuen Zentralen Unterbringunseinrichtung (ZUE) des Landes Nordrhein-Westfalen eingezogen sein.

Es sei aber zu Bauverzögerungen gekommen, sagt Ulla Lütkehermölle, Sprecherin der Bezirksregierung Münster, in deren Zuständigkeit die ZUE liegt. „Bauherrin ist die Stadt und bislang haben wir von der Stadt noch keine Mitteilung bekommen, wann es losgehen kann.“

Platz für 250 Flüchtlinge

Die Stadt Dorsten geht bei der Sanierung mit rund 2 Millionen Euro in Vorleistung, bekommt das Geld aber von der Bezirksregierung zurück (DZ+). Das zuvor als Notunterkunft genutzte ehemalige Schulgebäude soll nach dem Umbau Platz für 250 Flüchtlinge bieten. Familien mit Kindern oder alleinstehende Frauen sollen dort vorübergehend bis zur Zuweisung an Kommunen bzw. bis zur Ausreise unterkommen.

Jetzt lesen

Problematisch sei die Verzögerung zunächst einmal nicht, so Lütkehermölle. „Das kommt darauf an, wie viele Flüchtlinge kommen. Wenn jetzt die große Welle kommt, könnte es vielleicht Probleme geben, aber da glaube ich nicht dran.“ Im Notfall könne auf bestehende Einrichtungen zurückgegriffen werden, die ja zu keinem Zeitpunkt komplett ausgelastet seien.

Das Land NRW hat unterdessen am Mittwoch die Schließung von acht Unterbringunsstandorten angekündigt. Geschlossen werden demnach die ZUEen in Rüthen (Kreis Soest), Oerlinghausen (Kreis Lippe), Niederkrüchten (Kreis Viersen), Wuppertal IV, Kall (Kreis Euskirchen) sowie die Unterkünfte im „Stand-By-Modus“ in Bottrop, Bochum und Bad Laasphe (Kreis Siegen-Wittgenstein).

30 Zentrale Unterbringungseinrichtungen in NRW

Die Zahl der aktiv betriebenen Plätze in den landeseigenen Zentralen Unterbringungseinrichtungen reduziert sich dadurch von rund 25.000 auf knapp 20.000 Plätze. Künftig wird das Land NRW neben der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Bochum weiter über fünf Erstaufnahmeeinrichtungen (EAE) und 30 ZUE verfügen.

Die Landesregierung reagiert damit auf die rückläufigen Flüchtlingszahlen. Nach Angaben des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration kamen im Jahr 2019 bislang 19.346 Flüchtlinge nach NRW (Stand: 30. September). 2018 waren es bis Ende September 23.243 und im Jahr 2015 noch 123.715 von Januar bis Ende September.

Jetzt lesen

Die Stadt Dorsten rechnet aktuell damit, dass die Arbeiten am alten Petrinum Mitte November fertiggestellt sind. Anschließend erfolgen noch die notwendigen Abnahmen. Grund für die Verzögerungen sei die „angespannte Lage im Baubereich“, weshalb „in vielen Bereichen die erforderlichen Kapazitäten fehlen“, so Stadtsprecher Christoph Winkel.

Es habe zudem Vergabeverfahren gegeben, die wegen fehlender oder überteuerter Angebote wiederholt werden mussten. „Außerdem erfordern gestiegene Sicherheitsstandards für die Unterbringung einen hohen baulichen Aufwand.“

Das an die Bochumer Straße grenzende Gebäude ist nach Angaben der Stadt bereits fertiggestellt und möbliert. Das Gebäude in Richtung der Straße „Im Stadtsfeld“ ist ebenfalls fast fertig. „Nach der Grundreinigung wird hier umgehend die Möblierung erfolgen“, kündigt Winkel an. „Die ehemalige Turnhalle, also die zukünftige Mensa, wird nach der Installation des Lüftungssystems fertiggestellt sein. Hierbei gibt es längere Lieferfristen als zugesagt.“

Lesen Sie jetzt