„Überfällig“: Dorsten will mehr tun gegen Clan-Kriminalität

Als richtigen Schritt bewerten Politiker aus Dorsten den Beitritt der Stadt zur „Sicherheitskooperation Ruhr“. Das Problem mit der Clan-Kriminalität sei längst vor Ort angekommen.
Polizisten führen einen Mann in einen Polizeibus. Auch in Dorsten gibt es immer wieder Razzien, die sich oft nicht gegen Betreiber von Sisha-Bars und Gastro-Betrieben richtet, sondern gegen die Besucher dort. © picture alliance/dpa

Mehr Austausch mit anderen Städten und letztlich auch mehr Sicherheit – das verspricht sich die Stadt Dorsten von der Teilnahme an der sogenannten „SiKo Ruhr“, einem Zusammenschluss mehrerer Kommunen in NRW. Das Innenministerium will mit dieser „Sicherheitskooperation“ die zunehmende Clan-Kriminalität bekämpfen.

„Es geht darum, die Szene aufzumischen“

Politiker in Dorsten halten diesen Schritt für wichtig und stimmten dem Beitritt kürzlich im Haupt- und Finanzausschuss zu. Bernd Schwane (CDU): „Es geht darum, die Szene aufzumischen, allerdings muss auch die Justiz eingebunden werden. Denn am Ende des Verfahrens müssen Richter entscheiden.“

Friedhelm Fragemann (SPD) hält die engere Zusammenarbeit von Städten und Behörden für „überfällig“. Durch einen Verdrängungsprozess in den Großstädten sei die Clan-Kriminalität auch in Dorsten angekommen. Heribert Leineweber (AfD) begrüßte den Beitritt Dorstens zur SiKo Ruhr „voll und ganz“. Man dürfe „die Sache nicht sich selbst überlassen“.

Für die Grünen gab Michael Haake allerdings zu bedenken, dass die Bandenkriminalität („ein passenderer Begriff als Clan-Kriminalität“) teilweise auch Folge einer misslungenen Integrationspolitik sei. „Wir müssen auch die Ursachen bekämpfen“, sagte er.