Über Nacht parken Lkw wiederholt an der Pliesterbecker Straße - das ist verboten

dzParken in Wohngebieten

Anlieger in Holsterhausen sind sauer: Wiederholt parken Lkw über 7,5 Tonnen nachts und an Wochenenden an der Pliesterbecker Straße. Das ist verboten, sagen sie.

Holsterhausen

, 20.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Truckertreff Pliesterbecker Straße nennt ein Holsterhausener den Abschnitt auf der Holsterhausener Hauptstraße. „Bis zu drei Lkw - Fahrer samt Fahrzeuge - übernachten regelmäßig auf der Straße direkt gegenüber dem Hasenpfad und sorgen dort jeden Morgen für ein absolutes Verkehrschaos. Tagsüber ist dieselbe Stelle ein beliebter Treffpunkt für Schulbusfahrer samt Fahrzeuge“, sagt der Mann. Er fordert, dass die Stadt und die Polizei „konsequent gegen das unzulässige wiederholte Parken und Übernachten vorgehen“.

Unfallgefahr durch Sichteinschränkung beklagt

Insbesondere die Sichtbehinderung durch die parkenden Lastwagen führt der Anlieger an und verweist darauf, dass das zu Unfällen führen kann. Die Polizei sagt auf Anfrage dazu: „Auf der Pliesterbecker Straße in Höhe Fasanenkamp/Hasenpfad hat es seit dem Jahr 2006 lediglich zehn Unfälle gegeben sowie einen Zusammenstoß zwischen zwei Radfahrern auf dem Hasenkamp.“

Sieben Unfälle davon seien Bagatellunfälle gewesen, indem geparkte Fahrzeuge angefahren wurden. „Der Polizei liegen keine Hinweise auf besondere Gefährdungen durch Sichteinschränkungen vor“, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde.

Regelmäßiges Parken ist unzulässig

Stadtsprecher Ludger Böhne bestätigt auf unsere Anfrage, dass die Pliesterbecker Straße in Teilen reines und in Teilen allgemeines Wohngebiet ist. „Insofern gilt hier die Regelung der Straßenverkehrsordnung für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen.“ Diese Regelung besagt unter anderem, dass „das regelmäßige Parken von 22 bis 6 Uhr und an Sonn- und Feiertagen für Kraftfahrzeuge über 7,5 Tonnen unzulässig ist.“

Über Nacht parken Lkw wiederholt an der Pliesterbecker Straße - das ist verboten

Dieser Lkw steht nächtens regelmäßig an der Pliesterbecker Straße, sagt ein Anwohner. © Foto privat

Wobei die Betonung auf regelmäßig liegt: „Erst durch Wiederholung und zu den genannten Zeiten wird das Parken von Lkw an dieser Stelle zur Ordnungswidrigkeit.“ Lediglich an Sonn- und Feiertagen sei das Parken von Lkw in dem Gebiet Pliesterbecker Straße grundsätzlich verboten. „Hier führt der Kommunale Ordnungsdienst auch Kontrollen durch.“

Möglichkeiten zur Kontrolle und zu Verwarnungen ergeben sich laut Auskunft von Ludger Böhne auch dann, wenn „vor und hinter Kreuzungen unzulässig geparkt wird oder vor Grundstückseinfahrten und -ausfahrten (auf schmalen Fahrbahnen auch ihnen gegenüber) bzw. über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen oder vor Bordsteinabsenkungen“.

Privatanzeige stellen und im Prozess aussagen

„Anwohner können Privatanzeige stellen, indem sie die Parkzeiten von Lkw dokumentieren und dem Ordnungsamt zur Verfügung stellen“, sagt die Stadt. Wichtig dabei sei, dass Fotos die Gesamtsituation zeigen, dass das Kennzeichen des Fahrzeugs erkennbar ist und das in der Fotodatei hinterlegte Datum mit dem Datum des Parkvergehens übereinstimmen. „Bürger, die Privatanzeige erstatten, müssen aber auch bereit sein, als Zeuge auszusagen, falls ein Fahrer vor Gericht gegen eine Verwarnung klagt“, sagt Ludger Böhne.

Siegfried Lapstich hat genau das getan. In einer Zuschrift an unsere Redaktion schildert er, wie er mit Fotobeweismaterial von der Parksituation an der Pliesterbecker Straße beim Ordnungsamt abgeblitzt sei: „Das Ordnungsamt Dorsten fühlt sich in keiner Weise zuständig. Habe mich bereits mehrfach per Mail und selbst im Ordnungsamt beschwert. War mit Fotos dort. Hat niemanden interessiert.“ Das trägt Lapstich schriftlich vor. Antworten seien gewesen: „Arbeiten nur bis 22 Uhr“ oder „Wir sehen dort niemanden“.

Der Kommunale Ordnungsdienst ist nicht im Dienst

Dass der Kommunale Ordnungsdienst nach 22 Uhr und bis 6 Uhr morgens nicht im Einsatz ist, hat uns auch der Stadtsprecher schriftlich gegeben: „Die Zeiten zwischen 22 und 6 Uhr liegen außerhalb der Dienstzeiten des Kommunalen Ordnungsdienstes.“

Aufgrund der aktuellen Berichterstattung in der Dorstener Zeitung hat sich der Bauausschuss am Dienstag in seiner jüngsten Sitzung mit der Verkehrsproblematik an der Pliesterbecker Straße beschäftigt. An die Verwaltung ging der Auftrag, zu prüfen, ob weitere Sperrflächen auf den Bürgersteigen eingerichtet werden können, um den Park- bzw. Schlafverkehr zu vermeiden. Denn die Sichteinschränkungen durch parkende Pkw oder Lkw werden, anders als von der Polizei, von den Holsterhausenern als problematisch wahrgenommen.

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