TV-Show „Let‘s Dance“ bringt Aufmerksamkeit: Tanzkurse liegen bei Jugendlichen im Trend

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Hendrik Höfken tanzte in den ersten beiden Staffeln von „Let‘s Dance“. Von der RTL-Show profitiert auch seine Tanzschule. Im Vergleich zu früher musste die Schule sich aber umstellen.

Dorsten

, 26.06.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hendrik Höfken war von Anfang an dabei. Der Dorstener tanzte 2006 mit der ehemaligen Ministerpräsidenten Heide Simonis bei „Let‘s Dance“ und führte ein Jahr später Sängerin Blümchen alias Jasmin Wagner übers Parkett.

Danach gab es es einen regelrechten Run auf seine Tanzschule an der Gelsenkirchener Straße. „Es sind auf einmal viel mehr Leute von außerhalb zu uns gekommen, aus Münster, Oberhausen und Dortmund zum Beispiel.“ Generell schaffe die Show viel Aufmerksamkeit fürs Tanzen und sei „eine sehr gute Werbung“.

TV-Show „Let‘s Dance“ bringt Aufmerksamkeit: Tanzkurse liegen bei Jugendlichen im Trend

In der ersten Staffel Let's Dance tanzte Hendrik Höfken mit der ehemaligen Ministerpräsidentin Heide Simonis. © dpa

Vor allem wenn „Let‘s Dance“ in der Winterzeit ausgestrahlt wird, macht sich das in der Tanzschule bemerkbar. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute dann zu Weihnachten anfangen, Tanzgutscheine zu verschenken“, sagt Höfken.

Inzwischen sei der Show-Anteil an dem Format allerdings stark gestiegen. Heute wird viel mehr mit Licht und Masken, Spezialeffekten, Requisiten und Hebefiguren gearbeitet. Dinge, die eigentlich gar nicht typisch sind für den klassischen Paartanz. „Eine gute Choreo erkennt man daran, dass man den Tanz erkennen kann, obwohl keine Musik läuft“, sagt Höfken.

Falsche Erwartungen wegen Let‘s Dance

Bei einigen Kursteilnehmern kann das schon mal falsche Erwartungen wecken. Manche wollen explizit Choreos nachtanzen, die sie im TV gesehen haben. Andere werden ungeduldig, weil sie nach Wochen in der Tanzschule erst die Grundschritte richtig können, während die Promis nach ein paar Tagen eine komplette Turnier-Choreo tanzen. Ihnen sagt Hendrik Höfken dann, dass bei Let‘s Dance lediglich Choreografien auswendig, aber nicht richtig Tanzen gelernt werde. „Das ist wie Malen nach Zahlen.“

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Richtig tanzen lernt man eben immer noch in der Tanzschule. Und da ist das Interesse vor allem bei den Jugendlichen groß. „Der gesamte Bereich von den 3 bis 18 Jahren läuft sehr gut“, sagt Höfken. „Wenn es coole Musik gibt, tanzen die Jugendlichen auch gerne dazu.“

Rein zahlenmäßig sei Hip Hop der größte Bereich. Beim Paartanz stehen Discofox oder Westcoast Swing, das amerikanische Pendant zum Discofox, hoch im Kurs. Relativ neu in der Tanzschule Höfken ist der Breakdance-Kurs. „Da ist viel Akrobatik drin und wir haben seit letztem Jahr auch einen tollen Trainer. Der Bereich wächst gerade.“ Ballett für Kinder sei mittlerweile ebenfalls sehr gefragt.

Damit Jugendliche trotz Schulstress weiterhin tanzen können, musste die Schule sich umstellen. „Früher konnten wir nachmittags um 16 Uhr entspannt einen Tanzkurs für Jugendliche anbieten“, sagt Hendrik Höfken. „Heute ist das aufgrund der Schulzeiten nicht möglich. Wir können frühestens um 18 Uhr anfangen.“

Flatrate fürs Tanzen

Die Royal-Mitgliedschaft ist eine andere Maßnahme, um auf das veränderte Zeitbudget zu reagieren. Im Prinzip ist es eine Flatrate: Für einen monatlichen Pauschalpreis können sämtliche Kurse und Tanzpartys besucht werden.

Erwachsene setzen derweil lieber auf die Klassiker wie Cha-Cha-Cha oder langsamen Walzer. „Salsa zum Beispiel wird aber auch immer beliebter“, so Höfken.

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