Schnapsflaschen und Scherben auf Schulhof: Das erwartet Kindergartenkinder am Voßkamp

dzTrinkgelage auf Schulhof

Kindergartenkinder nutzen ab Sommer die OGS-Räume der Agathaschule am Voßkamp. Auf dem Weg dorthin stolpern sie über Essensreste, Scherben, Flaschen - die haben Erwachsene hinterlassen.

Dorsten

, 13.01.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Agathaschule ist im Herbst 2019 vom Voßkamp an den Nonnenkamp umgezogen. Das sieht man. Seitdem der Hausmeister der Schule dort nicht mehr für Ordnung sorgt, häufen sich die Abfälle in den Beeten und auf dem Schulhof. Durch diesen Müll sollen ab Sommer Kindergartenkinder hindurchmanövriert werden.

Glasscherben direkt gegenüber vom ehemaligen OGS-Gebäude, in dem die Kindergartenkinder untergebracht werden sollen.

Glasscherben direkt gegenüber vom ehemaligen OGS-Gebäude, in dem die Kindergartenkinder untergebracht werden sollen. © Claudia Engel

Denn ihre Kitagruppe wird in den Räumen der ehemaligen Schul-OGS auf dem Schulhof untergebracht. Das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt kann nicht verhindern, dass erwachsene Menschen sich auf dem Schulhof der ehemaligen Altstadt-Grundschule vor dem OGS-Gebäude treffen.

Morgens 17 Wodkaflaschen beseitigt

„Dieses Problem hatten wir über Jahre“, sagt Agatha-Schulleiter Herbert Rentmeister auf unsere Anfrage. „In der Hoch-Zeit hat unser Hausmeister morgens 17 Wodkaflaschen einsammeln müssen, die Unbekannte dort an einem Wochenende geleert haben“, so Rentmeister. Dazu noch ein paar Essensreste samt Tüten vom nahegelegenen Schnellimbiss. „Unser Hausmeister hat wirklich gute Arbeit geleistet“, lobt Rentmeister den wackeren und unermüdlichen Einsatz.

Seit dem Umzug sei der Hausmeister aber nicht mehr für den Schulhof am Voßkamp zuständig. Im Übrigen könne der Hof auch nicht abgeriegelt werden, weil der Weg zur Turnhalle freibleiben muss. Unbekannte wissen das dann augenscheinlich für sich zu nutzen.

„Sprit“ von der benachbarten Tankstelle

Wegen der günstigen, aber doch abgeschiedenen Lage in der Altstadt ist der Schulhof ein Treffpunkt für „unterschiedliche Gruppierungen“, die sich an der benachbarten Tankstelle mit ihrem „Sprit“ versorgen. Statt aber ihr Leergut wieder mitzunehmen, werfen die Trinker es achtlos in die Büsche oder auf den Boden, wo die Glasflaschen dann zersplittern.

Jetzt lesen

Die Kinder registrierten sehr wohl, wie es in ihrem Umfeld aussieht. Herbert Rentmeister: „Sie sehen den Dreck, der sie umgibt.“ Dass nun noch jüngere Kinder dem ausgesetzt sein könnten, bedauert er sehr. Am neuen Standort gebe es nichts zu meckern: „Hier bleibt der Schulhof sauber.“

„Es ist nicht verboten, sich auf dem Hof zu versammeln“, kommentiert indes die Polizei. Bei Sachbeschädigungen werde natürlich eingeschritten: „Wir hatten vor Kurzem eine Anzeige, weil eine Glasscheibe der Schule beschädigt worden ist“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst. „Aber es ist nicht so, dass wir dort ständig einschreiten müssten“, sagt sie auch.

Hausmeister kontrollieren regelmäßig

Grundsätzlich seien die Schulhöfe der städtischen Schulen auch nach den Schulzeiten öffentlich zugänglich, damit Kinder die Spielmöglichkeiten nutzen können, teilt uns der stellv. Stadtpressesprecher Christoph Winkel mit. „Im Fall der ehemaligen Agatha-Schule kontrollieren die Hausmeister des Rathauses regelmäßig“, so Winkel.

In jüngster Vergangenheit habe es drei Einbruchsversuche ins Schulgebäude geben. „Seit dem 6. Januar ist ein Wachdienst mit einer stichprobenhaften Kontrolle in den Abendstunden beauftragt.“

Toranlagen werden wieder in Ordnung gebracht

Christoph Winkel: „Die Stadt Dorsten plant darüber hinaus, die vorhandenen Toranlagen zeitnah wieder instandzusetzen, um Unbefugten den Zutritt zum Gelände zu verwehren und das Gelände somit besser absichern zu können. Bislang gab es eine Absprache mit der Polizei, die Tore geöffnet zu halten, damit die Beamten das Gelände mit dem Streifenwagen befahren können.“

Weitere technische und bauliche Sicherungsmaßnahmen seien darüber hinaus geplant. Das betreffe Öffnungen und Eingänge im Erdgeschoss. „Falls Bürgerinnen und Bürger Auffälligkeiten rund um das Schulgelände beobachten, wäre ein Hinweis an die Stadt Dorsten oder ggf. an die Polizei hilfreich.“

Lesen Sie jetzt