Angelika Nowak (l.) hat die Briefe und Bilder für die Senioren an die Einrichtungsleiterin Sandra Drost übergeben. © Lydia Heuser
Die gute Corona-Nachricht

Tränenreiche Übergabe: 82 Briefe und Bilder für Pflegeheim-Bewohner

Eine Dorstenerin hatte die Idee, Senioren eine Freude zu machen und Briefe zu schreiben. Viele Dorstener halfen. Das erste Seniorenzentrum nahm am Freitag Briefe für alle Bewohner entgegen.

Die Corona-Pandemie zerrt an den Nerven vieler Menschen. Doch besonders Alten- und Pflegekräfte sowie die Bewohner der Einrichtungen haben entbehrungsreiche und aufreibende Zeiten hinter sich. In der Reaktion von Einrichtungsleiterin Sandra Drost vom Seniorenzentrum am Südwall spiegelt sich all das wider.

Ihr steigen Tränen der Rührung in die Augen, als sie den prall gefüllten Karton von Angelika Nowak sieht. Jeder Brief, jedes Bild eine kleine Freude für die Heimbewohner.

Überwältigende Hilfsbereitschaft

Vor gut drei Wochen rief Angelika Nowak die Dorstener zur Unterstützung auf. Ihre Idee: den Menschen in Pflegeeinrichtungen eine Freude zu bereiten. Dafür bat sie um Briefe und Bilder, die sie dann an die Einrichtungsleitung übergeben wolle. Über die Dorstener Zeitung suchte Angelika Nowak nach Helfern und die Resonanz war überwältigend.

Sandra Drost liest einen Brief vor.
Sandra Drost liest einen Brief vor. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Am vergangenen Freitag (20.11.) konnte sie den ersten Teil der Einrichtungsleiterin Sandra Drost vom Seniorenzentrum am Südwall übergeben. Für jeden der 82 Bewohner hatte die ehemalige Altenpflegerin einen Brief oder ein Bild dabei. Der Kindergarten Spatzennest aus Raesfeld, die Villa Purzelbaum, die St.-Ursula-Realschule, eine Grundschule aus Dorsten und viele einzelne Bürger fühlten sich angesprochen und schickten Briefe an die Organisatorin. „Ganz besonders bemerkenswert fand ich einen Brief aus Bautzen.“ Dass selbst aus Sachsen Post nach Dorsten kam, konnte sich Angelika Nowak nur dadurch erklären, dass sie über Facebook öffentlich nach Unterstützern fahndete.

Die wahren Helden sind die Pflegekräfte

„Die wahren Helden sind sie“, mit dieser Worten übergab die ehemalige Altenpflegerin die Briefe an die Einrichtungsleiterin. „Ich habe zehn Jahre in der Altenpflege gearbeitet und weiß, unter welchem Druck Sie stehen.“

Sandra Drost rang sichtlich um Fassung. „Sie glauben gar nicht, was sich meine Mitarbeiter schon alles anhören mussten. Gerade im Eingangsbereich beim Kurzscreening.“

Briefe und Mandalas für die Heimbewohner sollen etwas Freude und Abwechslung in den Alltag bringen.
Briefe und Mandalas für die Heimbewohner sollen etwas Freude und Abwechslung in den Alltag bringen. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Auch das Seniorenzentrum mit seinen Bewohnern hatte etwas vorbereitet: Eine selbst gestaltete Karte und eine große Pralinenschachtel reichte Sandra Drost an Angelika Nowak. Sie war total perplex und da rollten auch bei ihr die Tränen. „Die Karte bekommt einen Ehrenplatz.“

Unterstützung gesucht: 102 Briefe für St. Elisabeth

Als nächste Einrichtung möchte sie das Seniorenzentrum St. Elisabeth mit 102 Briefen unterstützen. Deshalb bittet sie noch mal um Mithilfe. In den Briefkasten an der Gelsenkirchener Straße 9 in Dorsten können Briefe und Bilder gesteckt werden. Wichtig ist, dass das Kuvert nicht beschriftet und unverschlossen ist. „Bis zum 15. Dezember möchten wir das über die Bühne bringen.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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