In Futterhäusern wie diesem versorgt Conny Sander ihre Streunerkatzen. © Privat
Streunerkatzen-Projekt

Tierschützer entsetzt: Unbekannte zünden Futterhaus für Katzen an

Conny Sander kümmert sich um herrenlose Katzen in Dorsten. Jetzt musste sie mit Erschrecken feststellen: Unbekannte hatten an eines ihrer Futterhäuser mit einem Feuer angekokelt.

Tierfreunde waren entsetzt über diese Nachricht: Am Freitag stellte die Dorstenerin Conny Sander vom hiesigen „Streunerkatzen-Projekt“ mit Erschrecken fest, dass Unbekannte versucht hatten, eines ihrer Futterhäuser unweit der Albert-Schweitzer-Schule anzuzünden.

„Es wurde ein Pappkarton in Brand gesetzt, dadurch ist die ganze Rückwand von dem Futterhaus verkokelt“, erzählt die Tierschützerin, die zunächst ziemlich am Boden zerstört war. Das Futterhaus wird regelmäßig von sieben Streunerkatzen aufgesucht. „Zum Glück war zum Tatzeitpunkt kein Tier dort.“

Ehrenamtliches Projekt: 50 Euro

„Der Materialwert beläuft sich auf 50 Euro“, sagt sie – das ist für ein ehrenamtliches Projekt wie die „Streunerhilfe“ eine Menge Geld.

Ein Spendenaufruf im Internet war inzwischen vom Erfolgt gekrönt. „Ich finde es toll, dass die Bürger hinter dem Projekt stehen.“ Ein handgearbeitetes Futterhaus habe sie bekommen, auch der Tierschutzverein Dorsten habe ihr mit einem Holzhäuschen ausgeholfen. „Gerade bei diesem Winterwetter sind die Tiere auf uns Menschen angewiesen“, betont Conny Sander.

Impfen und kastrieren

Im April 2019 rief sie das Streunerkatzen-Projekt Dorsten ins Leben. Ihre Motivation: das Leid herrenloser, verwilderter Hauskatzen zu mildern und ihre Anzahl zu minimieren. Deshalb fängt sie Streuner ein, lässt sie im Tierheim von einem Tierarzt impfen, chippen und kastrieren, damit sie sich nicht vermehren können.

Conny Sander kümmert sich in ihrer Freizeit um Streunerkatzen.
Conny Sander kümmert sich in ihrer Freizeit um Streunerkatzen. © Anke Klapsing-Reich (Archiv) © Anke Klapsing-Reich (Archiv)

Anschließend setzt sie sie wieder in dem „Revier“, in dem sie die Tiere gefangen hat, aus. An Ort und Stelle kümmert sie sich dann weiter um die Tiere, versorgt sie mit Futter. Mehrere dieser Futterhäuser betreut sie, vor allem in der Feldmark und in Hervest. „Besucht“ werden sie von derzeit 22 Katzen.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Futterhaus von Dieben und Vandalen heimgesucht wird. „Es wurden schon Futtermittel entwendet, Fallen und Netze zerstört“, sagt Conny Sander, Auch Wildkameras gestohlen, mit denen sie die Tiere im Auge behält. „Es wäre wichtig, wenn Zeugen, die Beobachtungen machen, diese melden.“ An jedem ihrer Futterhäuser hat sie Info-Zettel mit den nötigen Angaben hinterlegt.

Ihr Projekt lebt allein von Spenden. Deswegen ist Conny Sander froh, dass sie kürzlich 250 Euro über einen Spenden-Flohmarkt erhalten hat und dass sie einen Briefumschlag mit einer weiteren netten Überraschung bekommen hat.

Plexiglas-Fallen erwünscht

Bislang hat die Dorstenerin mithilfe von Metallgitterboxen die Katzen gefangen. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was man noch verbessern kann, um ihnen zu helfen“, sagt sie. „Jetzt habe ich tolle Plexiglas-Fallen gesehen, die es den Katzen draußen in der Falle noch sicherer machen“, hofft sie auf weitere Zuwendungen.

Wer Conny Sander finanziell unter die Arme greifen will, kann auf das folgende Konto spenden. Sparkasse Vest Recklinghausen, Cornelia Sander, IBAN: DE 26 4265 0150 1010 0672 78, Verwendungszweck: „Streunerkatzenprojekt Dorsten“ . Wer einen finanziellen Beitrag leisten möchte, kann dies auch per Paypal tun: streuner-dorsten@web.de.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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