Tierquälerei in Dorsten: Gerüchte über mysteriöse Internet-Challenge

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Das Schicksal der zu Tode gequälten Stute „Bahila“ rührt viele Menschen an. Die Polizei hat noch keine Hinweise, der Täter könnte durch eine Internet-Challenge animiert worden sein.

Dorsten

, 28.09.2020, 17:00 Uhr

Drei Tage nach der bestialischen Tierquälerei auf einer Weide in Holsterhausen ist noch völlig unklar, wer das Pferd getötet hat. „Wir haben keinen Tatverdächtigen und hoffen auf Hinweise“, sagte Polizeisprecher Andreas Lesch am Montag.

Bahila, die 26-jährige Stute von Familie Brüning, war in der Nacht zum vergangenen Samstag nahe der Borkener Straße zu Tode gequält worden. Der Araberstute wurde der hintere Bauch aufgeschlitzt, die Milchleiste herausgeschnitten und ein Ohr abgetrennt.

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Der oder die Täter hatten sich im Dunkeln vom Blauen See und durch dichtes Gestrüpp der Weide genähert. Spuren fand Pferdehalter Peter Büning am nächsten Morgen unweit des Zauns. Seine Frau und er wollen die Pferdehaltung an dieser Stelle nach 20 Jahren aufgeben und haben eine Belohnung von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgesetzt.

Hinweise auf eine Internet-Challenge

Peter Büning äußerte am Wochenende den Verdacht, dass ein perverser Internet-Wettbewerb für den Tod seiner Stute verantwortlich sein könnte. „So etwas kursiert im Darknet“, sagte er. „Da geht es um Misshandlungen von Pferden und das Sammeln von Trophäen.“ Polizeisprecher Andreas Lesch sagte dazu: „Wir wissen von einer solchen Challenge, können aber bisher keinen Zusammenhang herstellen.“

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Polizeisprecher äußert sich zur Tierquälerei

Ein Einzelfall ist die grausame Tierquälerei in Holsterhausen jedenfalls nicht. Europaweit hat es im Frühjahr und Sommer ähnliche Misshandlungen und Verstümmelungen bei Pferden gegeben, u.a. in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Seit Februar bereits wurden in verschiedenen Regionen Frankreichs über 30 Pferde zu Tode gequält, ebenso einige in den Niederlanden. Die Tiere standen laut verschiedener Medienberichte meist auf abgelegenen Weiden.

Eine Theorie besagt, dass schwarze Magie dahinterstecken könnte. Den Pferden werde demnach zum Beispiel gezielt das rechte Ohr abgetrennt, weil das linke Ohr Satan sei. Auch Bahila fehlte das rechte Ohr, als eine Passantin das Pferd am Samstagmorgen leblos entdeckte.

Jäger erneuert Belohnung

Der grausame Tod der Araberstute erinnert auch an eine unheimliche Wilderei-Serie vor drei Jahren in Dorsten und Schermbeck. Im Frühjahr 2017 tötete ein Täter – oder waren es mehrere? – in unterschiedlichen Revieren Rehwild und schnitt ihm die Köpfe ab. Meistens wurde der Kadaver zurückgelassen, einmal lag der Kopf einer Hirschkuh auf einem Feld neben dem Kopf eines kleinen Hundes.

Michael Steentjes, zu dem Zeitpunkt Pächter der Stadtjagd im Barloer Busch, setzte damals eine Belohnung von 500 Euro aus. „Aber die Täter wurden nie gefasst“, berichtete er am Montag. Das Geld würde Steentjes auch jetzt bezahlen, sagte er, wenn herausgefunden würde, wer die Stute von Familie Büning gequält, verstümmelt und getötet hat.

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