Tennislehrer aus Dorsten machte mit Frauen Sklavenverträge

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Der Angeklagte neben seinem Verteidiger Siegmund Benecken
Der Angeklagte neben seinem Verteidiger Siegmund Benecken © Jörn Hartwich (A)
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Er war ein Sunnyboy – braungebrannt, durchtrainiert und erfolgreich. Die Frauen, die sich mit ihm getroffen haben, glaubten an die große Liebe. Manche sprachen von einem „Sechser im Lotto“. Doch der Tennislehrer aus Dorsten hatte noch eine andere Seite – eine ganz dunkle.

In unseren True-Crime-Podcast „Ohne Bewährung“ in Zusammenarbeit mit Radio 91.2. sprechen die Gerichtsreporter Jörn Hartwich und Martin von Braunschweig über einen der ungewöhnlichsten Prozesse, die sie miterlebt haben.

Der Angeklagte hatte nach eigenen Angaben ab 2010 über das Internet Kontakt zu Frauen aufgenommen. „Anfangs ging es mir darum, Anerkennung zu bekommen“, sagte er den Richtern am Essener Landgericht. Doch dann habe sich ein immer größerer Drang entwickelt, Macht über Frauen auszuüben. Er schloss regelrechte Sklavenverträge mit ihnen ab.

Es gibt Fotos, auf denen seine Internetbekanntschaften Broschen tragen oder Schilder hochhalten, auf denen steht: „Ich bin Dein Besitz.“ Einige schickten später auf Aufforderung auch pornografische Bilder von ihren eigenen oder von Kita-Kindern, mit denen sie beruflich zu tun hatten. „Ich wollte wissen, wie weit sie gehen – ob sie Grenzen überschreiten“, so der damals 39-Jährige.