Tatort Schützenfest: Wie oft in Dorsten in diesem Jahr Anzeige erstattet wurde

dzSchützenfeste in Dorsten

Auf Schützenfesten in Dorsten wird nicht immer friedlich gefeiert. Das belegen aktuelle Zahlen der Polizei. Die Täter kommen meist aus der Stadt - und werden nicht immer geschnappt.

Dorsten

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine tiefe Narbe am Hals wird einen 26-jährigen Dorstener für alle Zeiten an das Wulfener Schützenfest 2019 erinnern. Er kann von Glück sagen, dass er den Hieb mit einer abgebrochenen Bierflasche überlebt hat, sagen Notfallsanitäter, die ihn in der Nacht zum 30. Juni versorgten. Der Schnitt ging nur knapp an der Halsschlagader vorbei.

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Die Fahndung nach dem Täter blieb bislang erfolglos, bestätigte Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber auf Anfrage. Erkenntnisse, dass in Wulfen eine auswärtige Gruppe für Randale sorgte, hat die Polizei nicht. Das hatten Augenzeugen behauptet. „Meist kommen die Täter aus der Stadt, wenn auch nicht unbedingt aus dem Stadtteil, in dem das Schützenfest stattfindet“, so Wilming-Weber.

Polizisten mit Schlagstöcken sicherten Rettungswagen

Wulfen war auch aus Sicht der Polizei eine unrühmliche Ausnahme. Mehrere Streifenwagen wurden in der Nacht zum Schützenfest gerufen, Beamte mit Schlagstöcken drängten die aufgebrachte und in weiten Teilen alkoholisierte Menge zurück und postierten sich vor den Rettungswagen, damit die Notfallsanitäter ihre Arbeit machen konnten. Das hat Vereine, die Stadtverwaltung und auch die Polizei alarmiert. Doch Wilming-Weber relativiert: „Bei den anderen Festen in Dorsten blieb es eigentlich im üblichen Rahmen.“

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In Zahlen bedeutet das: In Holsterhausen und Hervest wurden jeweils zwei Körperverletzungen angezeigt, in Lembeck und Wulfen waren es vier. In St. Marien blieb es aus Polizeisicht sogar ganz friedlich. „Bei uns ist noch nie etwas passiert“, sagte kürzlich auch der Vorsitzende des Schützenvereins Rhade, Siegfried Höller. Dort wird am Wochenende das nächste Schützenfest gefeiert.

Mehr Licht, mehr Kontrolle, mehr Präsenz

Höller saß in der letzten Woche mit am Tisch, als es um eine Art Sicherheitskonzept für das Volksfest in Rhade und das Schützenfest in der Altstadt Ende August ging. Mehr Licht, mehr Kontrollen von Jugendlichen soll es dort geben. Und die Polizei? „Wir sind natürlich vor Ort und werden konsequent einschreiten, wenn es aus dem Ruder läuft“, versichert Wilming-Weber. Ob auch Zivilbeamte auf dem Festgelände unterwegs sind, ließ er offen.

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