Tankstellen-Räuber passte richtigen Moment für den Überfall ab

dzMaskiert und bewaffnet

Am Samstagmorgen wurde die Avia-Tankstelle in Lembeck überfallen. Der bewaffnete und maskierte Täter hatte abgewartet, bis er mit den Angestellten allein war.

Lembeck

, 06.06.2020, 20:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei dem bewaffneten Raubüberfall am Samstagmorgen auf die Avia-Tankstelle im Lembecker Gewerbegebiet Endelner Feld hatte der unbekannte Täter genau den richtigen Moment abgepasst. Zu diesem Zeitpunkt waren nämlich keine weiteren Kunden in der Nähe.

Tankstellen-Pächter Guido Ritter zeigte sich am Samstagmittag von der Dreistigkeit des Räubers immer noch entsetzt, schließlich war es helllichter Tag, und es herrschte eigentlich reger Kundenverkehr.

Täter ließ sich zunächst den Toilettenschlüssel aushändigen

„Der Täter betrat bereits um 8.22 Uhr den Verkaufsshop der Tankstelle und fragte zunächst nur nach dem Schlüssel für die Toilettenanlage, danach ging er wieder raus. Zu diesem Zeitpunkt waren noch weitere Kunden im Shop und auf dem Gelände. Erst als er gegen 8.35 Uhr zurück zur Kasse kam, zeigte er seine wahren Absichten“, berichtet Guido Ritter.

Zu diesem Zeitpunkt war der Shop bis auf die Kassiererin leer. Nur im rückwärtigen privaten Bereich der Tankstelle hielten sich noch drei weitere Angestellte auf. Der Täter zog plötzlich aus seinem Hosenbund eine Schusswaffe, bedrohte die junge Kassiererin, warf ihr einen Jutebeutel zu und forderte sie auf, das Bargeld einzupacken.

Die Kassiererin und ein Kollege mussten sich hinknien

Unterdessen, kam ein weiterer Mitarbeiter hinzu, der ebenfalls sofort mit der Waffe bedroht wurde. „Als mein Angestellter verstand was passierte, versuchte er, den Täter noch zu beruhigen und von seiner Tat abzubringen, doch der ließ sich auf keine Diskussion ein. Auch er musste sich hinknien. Nachdem der Täter seine Tasche mit dem Geld bekommen hatte, verließ er die Tankstelle und flüchtete zu Fuß in Richtung McDonalds. Von da war auch zuvor hergekommen“, so Ritter.

Bewaffneter Raubüberfall auf Avia-Tankstelle Lembeck

Der Täter flüchtete nach dem Überfall zu Fuß vom Tankstellengelände. © Guido Bludau

Die 20-jährige Kassiererin erlitt einen Schock und wurde umgehend von den weiteren Angestellten getröstet. Für sie war es bereits der zweite Überfall dieser Art. Sie konnte anschließend nicht mehr weiterarbeiten.

„Es ist schlimm, wenn man in den Lauf einer Waffe schauen muss“

Angestellter Manuel Lichte bekam den Überfall hautnah mit. Er war im rückwärtigen Bereich und verständigte die Polizei. „Mein erster Gedanke war, sofort die Polizei über Handy zu informieren, die dann auch recht zügig kam. Trotzdem war der Täter schon weg, da der eigentliche Überfall nur wenige Momente dauerte“, berichtete Manuel Lichte. Und weiter: „Ich fühle mit meiner Kollegin. Es ist schlimm, wenn man so bedroht wird und in den Lauf einer Waffe schauen muss. Der Täter war bei seiner Tat ganz ruhig. Er zitterte nicht und verließ die Tankstelle, ohne zu rennen.“

Seine Kollegin Silvia Franz ging es auch Stunden nach dem eigentlichen Überfall immer noch nicht richtig gut. Auch sie war da und bekam alles mit. „Ich konnte es erst gar nicht richtig fassen, was da passierte. Ich bin immer noch sehr aufgeregt, wenn ich daran zurückdenke“, so Silvia Franz. Alle vier Angestellten und auch ihr Chef Guido Ritter hoffen nun, dass der Täter schnell gefasst wird. Zeugen werden gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden.

Täterbeschreibung:

Der Täter wird beschrieben als 18 bis 32 Jahre alt, ca. 185 bis 190 cm groß, dünn und dunkelblond. Er trug einen dunklen Pullover sowie eine dunkelblauen Camouflage-Hose. Nach Angaben von Zeugen trug er weiße Sneaker, schwarze Socken und eine schwarze Baseball-Kappe. Sein Gesicht wurde von eine, Mund-Nasen-Schutz und einer Sonnenbrille verdeckt.

Hinweise erbittet die Polizei unter der Telefonnummer 08002361111.

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