Ralf Honsel rechnet in diesem Jahr mit mehr Andrang in seinen Supermärkten als sonst zu Weihnachten. Er wird unter anderem die Öffnungszeiten der Frischetheke ausweiten. © Guido Bludau
Coronakrise

Supermärkte hamstern schon fürs Weihnachtsgeschäft

Bis zur Kapazitätsgrenze gefüllte Lager und und geballte Personal-Power: Supermärkte in Dorsten bereiten sich aufs Weihnachtsgeschäft vor. Kunden werden wohl auch Geduld mitbringen müssen.

Wer nicht noch an Heiligabend in den Supermarkt möchte, muss in der Zeit davor für vier Tage einkaufen. Ausgerechnet im Corona-Jahr liegen die Feiertage so, dass Supermärkte dreieinhalb Tage geschlossen sind. Auch der Restaurant-Besuch als Weihnachtsritual fällt weg und im Urlaub sind eh die wenigsten.

„Die Vermutung liegt natürlich nahe, dass sich Kunden dann gut eindecken“, sagt Christian Kornhof. Der Geschäftsführer von Rewe an der Händelstraße befürchtet allerdings nicht, dass Waren knapp werden könnten. „Das Zentrallager füllt bis zur Kapazitätsgrenze auf – und wir machen es auch.“ Beim Personal fahre man ebenfalls alles auf, was geht, um ein weitgehend normales Einkaufserlebnis unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen bieten zu können.

Feiertagsfolge „fast ein Kurzurlaub“ für Mitarbeiter

„Andererseits kommen die Familien aus der Ferne wahrscheinlich nicht“, sagt Ralf Honsel. Dennoch rechnet auch er in seinen Edeka-Märkten mit einem höheren Andrang als sonst zu Weihnachten. Für die Mitarbeiter sei die Feiertagsfolge aber schon „fast ein kleiner Kurzurlaub“ am Ende eines sehr anstrengenden Jahres.

Honsel wird die Öffnungszeiten in seinen Märkten ausweiten, vor allem an den Frischetheken, die normalerweise um 20 Uhr schließen. „Der Engpass ist eher bei den Kassen“, so Honsel, „da man in der Zeit der elektronischen Zahlungen und Rabatte für einige wenige Tage im Jahr keine zusätzlichen Kassen bereitstellen kann.“

Durch Kassen zum Selbstscannen in einigen Läden könne man mit zusätzlichen Mitarbeitern aber den Druck etwas rausnehmen. Aber längere Warteschlangen werden sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen.

Zählanlagen an den Eingängen

In seinen Werbemedien informiert Honsel auch über die Frequenzzeiten, damit Kunden sehen können, wann es voraussichtlich leerer sein wird. An den Eingängen gibt es elektronische Zählanlagen und zu den Hauptzeiten lenken Mitarbeiter am Eingang die Kundenströme, wenn es notwendig sein sollte.

In Geschäften bis 800 Quadratmeter Kauffläche darf sich jeweils eine Person je 10 Quadratmeter aufhalten, bei größeren Geschäften darf auf die zusätzliche Fläche höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.

Sowohl Christian Kornhof als auch Ralf Honsel verweisen auf die Möglichkeit, gerade bei Frischwaren vorab zu bestellen, um Warte- und Bedienzeiten zu verringern. Kornhof rechnet damit, dass Milchprodukte wie Mascarpone oder Schlagsahne stark nachgefragt werden. „Das ist aber an jedem Feiertag so.“ Auch Klöße und Rotkohl dürften zu Weihnachten natürlich nicht fehlen.

Auch Rewe Kornhof bereitet sich aufs Weihnachtsgeschäft vor. Die Lager werden komplett gefüllt. Engpässe seien nicht zu befürchten, sagt Chef Christian Kornhof.
Auch Rewe Kornhof bereitet sich aufs Weihnachtsgeschäft vor. Die Lager werden komplett gefüllt. Engpässe seien nicht zu befürchten, sagt Chef Christian Kornhof. © Claudia Engel (Archiv) © Claudia Engel (Archiv)

Wie Kornhof füllt auch Honsel seine Lager schon länger. „Es gibt keinen Artikel, der Weihnachten nicht stärker läuft, selbst Grillkohle“, sagt Ralf Honsel. „Wir bevorraten uns schon seit Wochen, da die Lieferanten bei vielen Artikeln in den letzten Tagen nicht mehr werden liefern können.“ Es brauche aber auch Hände, um diese Ware zügig nachzufüllen, deshalb stockt auch Honsel sein Personal für die Weihnachtstage auf.

„Mit gutem Miteinander kommen wir auch da durch“

Bange ist beiden nicht vor dem Weihnachtsgeschäft. „Weihnachten ist eben Weihnachten, da brummt es immer“, sagt Christian Kornhof. Er setzt auch auf die Eigenverantwortung der Kunden: „Wir haben alle schon viel beweisen müssen dieses Jahr. Mit einem guten Miteinander kommen wir auch da durch.“

Man werde freundlich bleiben, egal was passiert, kündigt Ralf Honsel an. „Und jeder Kunde, der dies zurückgibt, wird sich auch selbst besser fühlen.“ Immer mehr Kunden würden den Weihnachtseinkauf inzwischen genießen, schließlich gehe es um die Vorbereitung der schönsten Tage im Jahr.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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