Stiefmütterlich behandelter Wasserlauf in Dorsten soll wieder zum Erlebnis werden

dzSchölzbachtal

Neue Wege und Stege, neue Bänke und Leuchten, dazu Informationsangebote für Fußgänger: Der Schölzbach im Altstadtbereich soll wieder attraktiver werden. Wir stellen die Pläne vor.

Dorsten

, 29.12.2018, 11:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Bach soll wieder zum Erlebnis werden.“ Unter dieses Motto hat Peter Drecker das gestellt, was er mit seinem Team für das Schölzbachtal in der Altstadt geplant hat. Denn nicht nur die Gewässerqualität soll sich dort in den nächsten Jahren verbessern. Sondern es soll auch die landschaftliche Umgebung entlang des bislang so stiefmütterlich behandelten Wasserlaufs im Rahmen des Stadtumbaubau-Projekts „Wir machen Mitte“ attraktiver gestaltet werden - mithilfe von rund zwei Millionen Euro an Fördermitteln aus Landes- und EU-Töpfen.

Route mit Wegweisern

„Die Bürger sollen wieder näher ans Wasser herangehen können“, gab Landschaftsarchitekt Peter Drecker kürzlich in der Sitzung des Dorstener Bauausschusses als Ziel aus. „Es muss allen Dorstenern klar werden können, wo der Bach verläuft.“ Sein Büro hat deshalb eine „Schölzbach-Route“ mit Wegweisern entwickelt, die von drei bis vier Meter hohen blauen Orientierungs-Stelen aus Stahl flankiert wird. „Die sollen auch dort aufgestellt werden, wo der Bach unterirdisch und verrohrt fließt“, so Drecker.

Vier Haupt-Schauplätze

Entlang der Route sollen metallene Sitzbänke aufgestellt werden, dazu Fahrradbügel, Abfallbehälter und eine neue Beleuchtung. Diese Ausstattungselemente werden vor allem an den vier ausgewählten Haupt-Schauplätzen des neuen Schölzbachtals installiert: an der Lippemündung, am Finkennest (zwischen St. Agatha-Kita und Kanal), im Winksmühlenpark (Alter Postweg) und im Klimawäldchen zwischen Gladbecker Straße und Kirchhellener Allee.

Dazu gibt es neue, mit Holz-Sitzflächen ausstaffierte Bänke an der Kanalpromenade und vier eigens entwickelte blaue „Schölzbach-Bänke“, auf denen man nicht nur sitzen, sondern auch liegen kann. „Es gibt sogar eine Abstellfläche für die Butterbrotdose oder eine Flasche Bier.“ Informationstafeln mit Sichtfenstern runden das Mobiliar ab.

Begehbarer Steg

Das Rohr, aus dem sich der Schölzbach in die Lippe ergießt, soll übrigens nicht verkleidet werden. „Der Industriecharakter muss bleiben.“ Der Düker am Kanal soll „Kunstelement“ werden. Über die Fläche am Finkennest wird ein begehrbarer Steg gelegt, „dort entsteht eine offene Landschaft, in der man Wasser und Natur beobachten kann“, so Drecker.

Neue Brücke geplant

Im Winksmühlen-Park ist eine neue Brücke über den Bach geplant, im Klimawäldchen müssen ein paar Bäume für einen neuen Fußweg und kleinere Laichgewässer weichen, zudem sollen Treppen und barrierefreie Rampen für einen Zugang zur Kirchhellener Allee sorgen.

Der Entwurf, der auch ein neues Regenrückhaltebecken am Jahnplatz vorsieht und den die Politik einstimmig absegnete, soll nun Grundlage für die Anträge an die Genehmigungsbehörden und die Fördergeber werden.

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