Der frühere Tisa-Brunnen stand früher an der Stelle links von der Laterne. Der Rat entscheidet nächste Woche, was für ein Wasserspiel hier künftig errichtet wird. © Michael Klein
Brunnen-Diskussion

Statt Tisa-Bezug: SPD möchte Wasserspiel mit Cornelia-Funke-Romanfigur

Bald entscheidet der Rat in Dorsten über den Tisa-Nachfolge-Brunnen. Die SPD bringt nun aber ein Wasserspiel mit einer Roman-Figur von Cornelia Funke ins Spiel - und einen neuen Standort.

Nachbau des alten Tisa-Brunnens oder ein neues Wasserspiel „im Geiste Tisas“ – diese zwei Optionen formulierte der Dorstener Stadtrat im vergangenen Jahr, als er einen Grundsatzbeschluss zum Nachfolgebrunnen für das damals abgebaute, weil marode Originalbauwerk auf dem Marktplatz fasste.

Wenn sich die Ratsmitglieder am 30. Juni (Mittwoch) um 17 Uhr im Gemeinschaftshaus Wulfen endgültig entscheiden werden, wie der Standort vor dem Alten Rathaus künftig aussehen wird, haben sie jedoch weitere Auswahlmöglichkeiten.

Option 3: Nur Gedenktafel

Die Beschlussvorlage der Verwaltung führt als – wahrscheinlich nur theoretische -Option 3 auf, dass überhaupt kein neuer Brunnen dort errichtet wird, sondern lediglich eine Gedenktafel an den ehemaligen Brunnen der verstorbenen Künstlerin und Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula) erinnern soll.

Und die SPD stellt einen überraschenden Antrag: nichts „im Geiste Tisas“, sondern ein Wasserspiel zu Ehren der anderen berühmten Dorstenerin: Cornelia Funke.

Klar scheint, dass Variante 1 (Replik des Originals) keine Chance haben wird. Immerhin hatte der Kunstbeirat in nicht-öffentlicher Sitzung sich mit zehn zu drei Stimmen gegen einen Nachbau ausgesprochen – dieses Votum gibt einen dicken Fingerzeig für die Beratung im Rat.

Erzwungener Bezug

Bei der Variante 2 („Wasserspiel im Geiste Tisa“) müsste laut Meinung einiger Kunstbeiratsmitglieder aber bedacht werden (so heißt es in der Ratsvorlage), ob ein solcher Brunnen den Ansprüchen der Öffentlichkeit und der Künstlerin Tisa gerecht werde. Viele Mitglieder des Beirats rieten eher zu einem neuen Brunnen ohne womöglich „erzwungenem Bezug“ zu Tisa.

Vor diesem Hintergrund bringt die Dorstener SPD nun eine ganz andere Variante ins Spiel. Am liebsten würde die SPD-Fraktion laut ihres Vorsitzenden Friedhelm Fragemann einen Nachbau des Tisa-Brunnens auf dem Dorstener Marktplatz sehen.

Von Ratsbeschluss abrücken

Doch da die Replik-Lösung wohl keine Chance mehr hat, stellte die SPD für die Ratssitzung den Antrag, von der Alternative „Wasserspiel im Geiste Tisas“ abzurücken.

In der Begründung heißt es: Die Alternative eines anders gestalteten Tisa-Nachfolge-Brunnens sei „doch eine sehr bemühte Konstruktion, die der Künstlerin kaum gerecht werden kann“: Ein Wasserspielplatz „mit irgendeinem Bezug auf Tisa ist einer Wertschätzung eher entgegengesetzt“.

Die SPD schlägt als Alternative zum Tisa-Brunnen eine begehbares Wasserspiel für Kinder mit einer Romanfigur von Cornelia-Funke -und bringt als Standort den
Die SPD schlägt als Alternative zum Tisa-Brunnen ein begehbares Wasserspiel für Kinder mit einer Romanfigur von Cornelia-Funke – und bringt als Standort den „Platz der Deutschen Einheit“ ins Spiel. © Grafik Westnews Leonie Sauerland © Grafik Westnews Leonie Sauerland

Stattdessen soll die Stadtverwaltung nach Willen der SPD prüfen, ob ein „Wasserspielplatz in Form einer ebenerdigen begehbaren Fontäne“ errichtet werden könne – und zwar mit einer Figur aus einem Roman der aus Dorsten stammenden Erfolgsschriftstellerin Cornelia Funke als Blickfang.

Die international renommierte Jugend- und Kinderbuchautorin Cornelia Funke, die „in familiären und gesellschaftlichen Beziehungen zu ihrer Geburtsstadt steht“, könne einer Verwendung einer ihrer Figuren als Eyecatcher vielleicht etwas abgewinnen.

Auf dem Platz der Deutschen Einheit

Laut SPD sei „eine forcierte Wiederbelebung der Innenstadt durch eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität zwingend vonnöten“. Denkbar wäre ein solcher „Cornelia-Funke-Wasserspielplatz“, da er „natürlich eine gewisse Größe haben müsste“, auch auf dem Platz der Deutschen Einheit, der bisher nur wenig genutzt werde, obwohl er in der Nähe der attraktiven Wall- und Grabenanlage liegt.“

Bei der Finanzierung könne man vielleicht auf Unterstützung des Landes hoffen, so die SPD: „Bezüglich der Attraktivierung von Plätzen als wichtige Grundlage zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt hat Ministerin Ina Scharrenbach eine weitere Bewerbungsphase mit neuen Förderangeboten zum „Sofortprogramm Innenstadt“ angekündigt.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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