Startup „getbaff“: Dorstener Gründer Hendrik Gottschalk holt sich Tipps im Silicon Valley

dzAugmented Reality

Eine erfolgreiche Investorenrunde hat Hendrik Gottschalk mit seinem Startup „getbaff“ schon geschafft. Obendrauf gab‘s Tipps von Google & Co. Auch die Großeltern in Dorsten helfen mit.

Dorsten

, 19.02.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufregende Wochen liegen hinter Hendrik Gottschalk. Der Dorstener hat 2017 das Startup „getbaff“ gegründet. Die gleichnamige App erweckt mithilfe von Augmented Reality (AR) Bilder zum Leben. Eine Idee, die ankommt: Im vergangenen Herbst sammelte das Startup in einer ersten Investorenrunde eine sechsstellige Summe ein. Kurz darauf ging es für das Team zum weltweit wichtigsten Standort für Tech-Unternehmen - ins Silicon Valley.

Der Trip nach Kalifornien ist Teil des German Accelerator. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Programm unterstützt ausgewählte Jungunternehmen aus Deutschland bei der internationalen Expansion.

Hendrik Gottschalk und sein Team haben viereinhalb Wochen unter anderem den Experten von Google, Instagram und LinkedIn über die Schultern geschaut, wichtige Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft.

Auch ein Besuch im Konsulat gehörte zum Programm in Kalifornien (v.l.): Michael Baßler, Chief Financial Officer bei getbaff, der stellvertretende Konsul Patrick Heinz und Hendrik Gottschalk.

Auch ein Besuch im Konsulat gehörte zum Programm in Kalifornien (v.l.): Michael Baßler, Chief Financial Officer bei getbaff, der stellvertretende Konsul Patrick Heinz und Hendrik Gottschalk. © Oliver Gueth

Im Unterschied zu Deutschland arbeite die Gründerszene in den USA viel lösungsorientierter, sagt Hendrik Gottschalk. „Man ist viel näher am Endverbraucher dran. Wir haben zum Beispiel die Aufgabe bekommen, 100 Leuten auf der Straße unser Produkt vorzustellen.“ So sollten die Bedürfnisse der Nutzer noch genauer ermittelt werden. In Deutschland habe man so eine Aufgabe nie gestellt bekommen.

Neben dem positiven Feedback sei die wichtigste Erkenntnis der USA-Reise aber, dass „das, was wir tun, dort keiner macht“, sagt der 30-Jährige. „Das wollten wir natürlich hören, aber wir haben es nicht unbedingt erwartet.“

Ein „Urlaubsguru“ im Beirat

Noch wertvoller sind die geknüpften Kontakte. Mit Daniel Marx, dem Gründer der Reiseschnäppchen-Plattform Urlaubsguru, habe man nun einen Experten für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und Privatpersonen (Business to customer) im Beirat. Auch ein Google-Mitarbeiter habe dem getbaff-Team seine Unterstützung zugesagt.

Seinen Firmensitz hat das Startup in Düsseldorf. Das Team umfasst inzwischen zehn Personen. Besondere Unterstützung gibt’s aber auch aus der Heimat: Oma Doris und Opa Alfons machen fleißig Reklame für ihren Enkel Hendrik - und sind damit auf dem besten Weg, echte Werbestars zu werden. Die Bild-Zeitung berichtete bereits über Oma Doris und auch Sat.1 widmete ihr einen Beitrag.

„Oma Doris und Opa Alfons werden auch zum Aushängeschild unserer neuen Plattform“, kündigt Gottschalk an. Am 1. April soll das Augmented-Reality-Portal an den Start gehen. „Damit können Kunden unsere Technik selbst nutzen, Bilder und Videos über ein Formular hochladen oder aber unsere Technik in ihre eigene App integrieren.“ Die App „getbaff“ wird dann nicht mehr zwingend gebraucht. „Wir sind dann ein reiner IT-Dienstleister“, so Gottschalk. „Der Schritt ist für uns ein Meilenstein.“

„Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem“

Gewinn wirft getbaff bislang noch nicht ab. „Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem“, sagt Hendrik Gottschalk, der seinen Job als Lehrer an den Nagel gehängt hat, um sich selbstständig zu machen. „Wir sind im Oktober 2017 gestartet, jetzt ist Februar 2020 und wir reden gerade erst davon, dass wir erste große Umsätze generieren.“

Das Vertrauen der Investoren und die Bereitschaft von Unternehmen und Marken wie Vodafone, Edeka und Ariel, die schon mit getbaff experimentiert haben, bestärkt den Dorstener und sein Team, weiter an ihrer Idee zu feilen.

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