Stadt plant noch mehrere verkaufsoffene Sonntage in diesem Jahr

dzEinzelhandel

Auch in Dorsten sollen bis Ende 2020 an mehreren Sonntagen die Geschäfte öffnen. Die Politik muss noch entscheiden. Das Land will damit den von der Coronakrise betroffenen Händlern helfen.

Dorsten

, 19.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise sind auch in der Dorstener City die verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage an größere Innenstadtfeste gekoppelt - doch die sind in diesem Jahr wegen der Coronakrise entweder bereits ausgefallen („Dorsten isst mobil“ im März und Altstadtfest im Juni) oder werden noch ausfallen (Herbstfest im September, Lichterfest im November).

Ein bis Ende des Jahres gültiger Runderlass des Landes-Wirtschaftsministeriums erlaubt es den NRW-Städten nun, dass sie die Geschäfte an festgelegten Tagen Sonntagnachmittags unter Beachtung der Corona-Schutzregelungen öffnen lassen können.

Fünf Termine geplant

Deswegen schlägt die Stadt der Politik nun vor, in diesem Jahr in Absprache mit den jeweiligen Werbegemeinschaften noch an insgesamt fünf Terminen verkaufsoffene Sonntage zu erlauben.

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Und zwar in der Altstadt (am 20. September, 10. Oktober, 8. November, 29. November) sowie in Lembeck (6. September, 29. November). Dort hatte im Mai der Tiermarkt nicht stattfinden können und auch das im September geplante Stoppelfest fällt der Coronakrise zum Opfer.

Auch in anderen Ortsteilen

Der Haupt- und Finanzausschuss (am 26. August) und der Rat (am 2. September) werden sich auf ihren nächsten Sitzungen mit dem Thema beschäftigen. „Auch über die Ortsteile Altstadt und Lembeck hinaus sollen Sonntagsöffnungen von Einzelhandelsbetrieben ermöglicht werden“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung.

Richtig warm war es auf dem Lembecker Tiermarkt 2018 für Mensch und Tier. Eindrücke von der Großveranstaltung in Lembeck. In diesem Jahr fiel auch der verkaufsoffenen Sonntag dort der Corona-Krise zum Opfer.

Richtig warm war es auf dem Lembecker Tiermarkt 2018 für Mensch und Tier. Eindrücke von der Großveranstaltung in Lembeck. In diesem Jahr fiel auch der verkaufsoffenen Sonntag dort der Corona-Krise zum Opfer. © Marie Rademacher

„In Abwägung mit dem verfassungsrechtlichen Sonntagsschutz“ soll dies nach Willen der Stadt aber für die Einzelhändler gelten, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie den teils noch andauernden Shutdown-Maßnahmen besonders betroffen seien. Dies bedürfe noch „einer differenzierten Betrachtung“.

Anlässe fielen weg

Vor einigen Jahren regelte die Landesregierung das Verfahren für verkaufsoffene Sonntage neu. Die Läden dürfen nicht einfach so öffnen, um Umsatz zu generieren. Es muss ein Anlassbezug hergestellt werden. Doch wegen der Corona-Pandemie fielen Großveranstaltungen als Anlässe aus.

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Das NRW-Wirtschaftsministerium behalf sich im Runderlass damit, für verkaufsoffene Sonntage jetzt auch Sachgründe als ausreichend anzusehen. „Da der stationäre Einzelhandel in Dorsten durch die Corona-Pandemie-Auswirkungen erheblich gefährdet“ sei, liege auch in Dorsten ein öffentliches Interesse vor, durch die verkaufsoffenen Sonntage die Innenstadt und die Stadtteilzentren zu beleben und zu stärken, meint die Stadt.

Beteiligungsverfahren läuft

Sie muss im Beteiligungsverfahren nun den Gewerkschaften, Verbänden und Kirchen die Möglichkeit zur Stellungnahme einräumen. Diese Rückmeldungen liegen nicht alle vor, sollen der Politik aber bis zu den Sitzungsterminen nachgereicht werden können.

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