Stadt Dorsten muss „Brücken-Irrtum“ an der Kippheide zeitnah beheben

dz Brücken-Neubau

Es gab Proteste, als bekannt wurde, dass die Stadt Dorsten den Neubau der Fuß- und Radwegebrücke Kippheide über die Bahngleise verschieben wollte. Jetzt hat sich die Politik eingeschaltet.

Wulfen, Lembeck

, 09.10.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtverwaltung soll „zeitnah“ die vor drei Jahren abgerissene Brücke im Verlauf der Straße „Kippheide“ zwischen Wulfen und Lembeck ersetzen. Das beschloss der Dorstener Bauausschuss auf seiner Sitzung am Dienstag auf Antrag der CDU.

Als zeitliches Ziel für den Neubau fasste die Politik das nächste Jahr ins Auge. Sollte dies wegen möglicher personeller Engpässe in der Verwaltung nicht möglich sein, soll die geplante Fuß- und Radwege-Verbindung über die Bahnlinie Dorsten/Coesfeld spätestens im Jahr 2021 errichtet werden, forderten CDU, FDP, SPD und Linke-Fraktion.

180.000 Euro eingeplant

Hintergrund: Wegen der angespannten Haushaltslage wollte die Stadtverwaltung den mit 180.000 Euro angesetzten Brückenneubau, für den eigentlich schon im Etat für 2020 das nötige Geld bereitgestellt worden war, noch weiter in die Zukunft verschieben. Als augenscheinlich nur vom Schreibtisch aus ausgeführte Begründung führte das städtische Fachamt ins Feld, dass die fehlende Brücke von den Bürgern nicht vermisst werde.

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Doch als unsere Redaktion über die Verschiebungspläne berichtete, hagelte es eine Menge Kritik an der Stadt: Einige Bürger wiesen darauf hin, dass es inzwischen sogar ausgetretene Trampelpfade von Fußgängern die Böschung rauf und runter und auch über die Gleise gebe.

Gefahrensituation vermeiden

CDU-Sprecher Dr. Thomas Grund rechnete in der Sitzung vor, dass der Neubau bei 50-jähriger Abschreibung pro Jahr lediglich 3600 Euro ausmachen würde: „Das muss uns das wert sein, um solche gefährliche Situationen zu vermeiden“, sagte er. Die Finanzierungsfrage dürfe kein K.O.-Kriterium sein.

Die SPD erklärte, dass der Neubau vor allem für die Besucher des Naturparks Hohe Mark wichtig sei. Die in den Freizeitkarten ausgewiesene Wegeverbindung werde von vielen genutzt, um von Schloss Lembeck nach Wulfen und umgekehrt zu gelangen. „Die Umwege zu den nächsten Übergängen machen 1,8 und 1,2 Kilometer aus, das ist nicht attraktiv“, so Rainer Heimann.

Nur die Grünen dagegen

Lediglich Ulrich Wilke (Grüne) erklärte, ein Neubau „für drei bis fünf einzelne Bürger ist nicht nachvollziehbar und kann für 20 Jahre verschoben werden“. Andreas Vortmann (CDU) konterte: „Ich bin häufig hier und wundere mich immer, was hier alles los ist.“

Stadtbaurat Holger Lohse kündigte an, dass die Stadt demnächst die Wanderer noch früher an der Kippheide darauf hinweisen werde, dass der Übergang gesperrt sei. Er sagte, dass die Personalstelle, die sich bei der Stadt um die Brücken kümmere, inzwischen wieder besetzt sei.

Stelle ist wieder besetzt

Der Mitarbeiter aber sei aus dem Gebäudemanagement der Stadt dorthin gewechselt und habe noch Projekte aus seinem früheren Arbeitsbereich zu bearbeiten. „Deswegen kann ich nicht versprechen, dass wir schon im ersten Quartal 2020 die Brücke an der Kippheide angehen können.“

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