Ein Banner verriet, dass die verantwortliche Sprengmeisterin in Altendorf-Ulfkotte am Mittwoch Geburtstag hatte. © Guido Bludau
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Sprengmeisterin verbrachte ihren Geburtstag an der Altendorfer Bombe

Mit Erfolg ist eine Weltkriegsbombe in Altendorf-Ulfkotte unschädlich gemacht worden. Die verantwortliche Sprengmeisterin wird diesen Tag wohl auch aus einem anderem Grund nicht vergessen.

Nach getaner Arbeit wollte Barbara Bremmer einfach nur weg. Ein Foto noch mit den Kollegen an dem Krater, wo 45 Minuten zuvor eine 250-Kilo-Bombe gesprengt worden war, dann verließ die Sprengmeisterin am Mittwochabend schnellen Schrittes den Ort des Geschehens. Das Reden und Erklären überließ sie ihrem Chef Karl-Friedrich Schröder.

Lange genug war Barbara Bremmer an diesem Tag, ihrem Geburtstag, in Altendorf-Ulfkotte gewesen. Früh morgens war sie mit einem Kollegen gekommen, um die Arbeiten einer Baufirma zu überwachen. Die Grube war bereits tags zuvor auf 3,50 Meter Tiefe ausgehoben worden, jetzt war Vorsicht geboten, um die vermutete Bombe nicht zur Explosion zu bringen.

Geburtstagsgrüße am Bauzaun

Ein „Happy Birthday“-Banner am Bauzaun verriet zu diesem Zeitpunkt, dass die erfahrene Sprengmeisterin auch an ihrem Geburtstag eine Bombe entschärfen wollte. Zum Frühstück gab es Kaffee und Brötchen, nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass der besondere Tag für Barbara Bremmer eine unerwartete Wendung nehmen würde.

Am Vormittag besichtigte Sprengmeisterin Barbara Bremmer die Grube, in der zu diesem Zeitpunkt eine Bombe vermutet wurde. Später wusste sie, dass es ein langer Tag werden würde.
Am Vormittag besichtigte Sprengmeisterin Barbara Bremmer die Grube, in der zu diesem Zeitpunkt eine Bombe vermutet wurde. Später wusste sie, dass es ein langer Tag werden würde. © Guido Bludau © Guido Bludau

Am frühen Nachmittag war klar, dass der Blindgänger mit einem Langzeitzünder ausgestattet war, der nicht entschärft werden konnte. Das inzwischen sechsköpfige Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ordnete die sofortige Evakuierung in einem Umkreis von 250 Metern an. Das wäre auch erforderlich gewesen, wenn der fünf Zentner schwere Sprengkörper vor Ort hätte unschädlich gemacht werden können.

Doch so mussten auch 30 Kubikmeter Sand angekarrt und Baucontainer zum Schutz vor der Druckwelle nach der Explosion aufgestellt werden. Das dauerte. Was auch immer Barbara Bremmer an ihrem Geburtstag noch geplant haben mag – es musste warten.

Um 19.45 Uhr wurde die Bombe neben der Mehrzweckhalle gesprengt, eine knappe Stunde später war Barbara Bremmer auf dem Heimweg. Mit einem Blumenstrauß, den ihr Bürgermeister Tobias Stockhoff als Geburtstagsgruß und Dank für die Arbeit überreicht hatte.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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