Fall für die Wasserschutzpolizei: Taucher fischen Auto aus dem Kanal

dzSpektakulärer Einsatz

Sechs Tage nach dem Zufallsfund wurde am Mittwoch am Fährweg in Dorsten ein Auto aus dem Wasser gezogen. Der VW Golf war im Kanal versenkt worden. Ein Fall für die Wasserschutzpolizei.

Dorsten

, 13.05.2020, 12:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Radtour einer Familie von der Hardt förderte am vergangenen Donnerstag (7.5.) etwas zu Tage, was irgendein Spitzbube möglicherweise absichtlich versenkt hat: Ein VW Golf wurde am Mittwochmorgen aus dem Wesel-Datteln-Kanal geborgen.

Im Einsatz waren die Taucher des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Dorsten koordinierte die Aktion mit anderen Behörden. Als Ermittler waren Kollegen der Wasserschutzpolizei Duisburg mit ihm Boot, beim Fund des Wagens auch die Dorstener Feuerwehr und Polizei.

Jetzt lesen

Dass jemand ein Auto im Kanal verschwinden lässt, kommt zuweilen vor. „Immer dann, wenn jemand seine Spuren nach einer Straftat verwischen möchte“, meinte etwa eine Sprecherin der Wasserschutzpolizei, Jacqueline Grahl, auf unsere Anfrage. Ein krimineller Hintergrund ist also im Dorstener Fall nicht auszuschließen. Das muss aber noch ermittelt werden.

Golf ist im guten Zustand und hat ein Kennzeichen

Nach Berichten eines Augenzeugen ist der geborgene VW Golf im recht guten Zustand. Es handelt sich um eine sportliche Variante der Golf-Baureihe, der Pkw ist schwarz lackiert und wohl auch noch nicht sehr alt. Vermutlich hat er auch noch nicht allzu lange auf dem Boden des Kanals gelegen. Darauf deutet hin, dass die Abnutzungserscheinungen gering sind.

Das Auto hat ein Borkener Kennzeichen. Ob die Kennzeichen geklaut worden sind und an das möglicherweise gestohlene Fahrzeug angebracht worden sind, wird die Polizei Duisburg untersuchen.

Das Fahrzeug wird jetzt nach Duisburg zur Polizei gebracht und gründlich durchgecheckt. „Die Daten werden mit anderen Polizeibehörden abgeglichen“, sagt Jacqueline Grahl. Das Borkener Kennzeichen des Wagens wird ebenfalls hinterfragt: „Kann ja sein, dass es gar nicht zum Fahrzeug gehört, sondern möglicherweise entwendet worden ist.“ Im besten Fall hat ein Besitzer sein Fahrzeug der Polizei gemeldet und es kann über die Fahrzeugdaten zugeordnet werden.

Vom Fahrzeug ging keine Gefahr aus

Dass sich der Zufallsfund so entwickeln würde, hätte die Entdeckerin des Fahrzeugs im Kanal sich sicher nicht träumen lassen. Sie hat aber alles richtig gemacht und ihre Beobachtungen umgehend der Polizei gemeldet. Weil bei der Erstuntersuchung keine Gefahr vom Auto im Wasser ausging und kein Öl ausgelaufen ist, konnte die Bergung des Wagens in aller Ruhe koordiniert und vorbereitet werden.

Bernd Koop, Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dorsten, sagte auf unsere Anfrage, dass das in Corona-Zeiten gar nicht so einfach sei. „Wir sitzen momentan ja nicht alle zusammen und die Leute an Land müssen Abstand voneinander halten. Außerdem sind zurzeit nicht alle umgehend verfügbar.“

Lesen Sie jetzt