Speditionen drücken die Warn-Hupe

DORSTEN "Völlig ohne Sinn und Verstand!“ Nicht nur Geschäftsführer Rolf Kampmeyer von der Spedition „delog delsing logistik“ hat kein Verständnis für das geplante Überholverbot für Lkw auf der Autobahn.

von Von Klaus-Dieter Krause und Michael Klein

, 03.07.2008, 18:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Elefantenrennen“ sind bei Pkw-Fahrern unbeliebt. Wenn aber selbst auf dreispurigen Autobahnen Lkw nicht mehr überholen dürfen, so sehen es die Tiefensee-Kritiker, dann bringt das Nachteile für alle Verkehrsteilnehmer.

„Elefantenrennen“ sind bei Pkw-Fahrern unbeliebt. Wenn aber selbst auf dreispurigen Autobahnen Lkw nicht mehr überholen dürfen, so sehen es die Tiefensee-Kritiker, dann bringt das Nachteile für alle Verkehrsteilnehmer.

Kampmeyer war wie vor den Kopf geschlagen, als er am Anfang der Woche von den neuen Plänen des Bundesverkehrsministers hörte.  „In unseren Margen ist kein Spielraum mehr für neue Belastungen enthalten“, verweist Kampmeyer auf die Konsequenzen, „wir müssen die zusätzlichen Kosten an unsere Kunden weitergeben.“ Letztlich steht am Ende der Kette der Verbraucher, der die Suppe auslöffeln, sprich durch höhere Preise finanzieren muss.

Dass durch solche Maßnahmen Staus vermieden werden, hält Kampmeyer für eine Milchmädchen-Rechnung: „Im Gegenteil, wenn Lkw keine langsamen Fahrzeuge mit Camping-Anhänger mehr überholten dürfen, gibt es mehr Staus als zuvor.“

Riesenproblem mit den Fahrern

Jürgen Thier, Groß-Spediteur aus Dorsten mit 120 Lkw, weist auf den Sicherheitsaspekt eines geplanten Überholverbots hin: „Da bekommen wir ein Riesenproblem mit den Fahrern.“ Denn wer über viele Kilometer in einer 80 km/h-Kolonne fahren müsse, ohne überholen zu dürfen, werde schnell unkonzentriert.

Bei der Erhöhung der Maut-Gebühr operiere Verkehrsminister Tiefensee nach Ansicht von Jürgen Thier nur mit der „halben Wahrheit“. Denn die in die Öffentlichkeit gebrachte Zahl von drei Prozent betreffe nur neue Fahrzeuge, Besitzer von Lastwagen in älteren Schadstoffklassen würden mit bis zu 85 Prozent mehr zur Kasse gebeten.

Nicht umsetzbar

Ludger Rohkämper, kaufmännischer Leiter der Spedition „Hans de Beyer“, stößt ins gleicht Horn. Er ist der Meinung, dass die Erhöhung der Lkw-Maut zu bestimmten Tageszeiten „nicht umsetzbar“ sei. Denn die Disponenten seien gar nicht in der Lage, die Fuhren zeitlich so einzuteilen, dass die Hauptverkehrszeiten umfahren werden könnten.

Und auch das Überholverbot lehnt er ab: „Damit staut sich der Verkehr nur nach hinten, weil langsam fahrende Pkw nur schwer nach rechts in eine Lkw-Kolonne einscheren können und damit die linke Spur blockieren.“

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