Kim Wiesweg wird neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten. Die Grünen-Politikerin kandidiert aktuell für den Bundestag. © privat
Stadtverwaltung

SPD kritisiert Besetzung der Gleichstellungsstelle mit Grünen-Politikerin

Die Bundestagskandidatin der Grünen wird Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten. SPD-Fraktionschef Fragemann spricht von einem „personalpolitisch motivierten Schachzug“.

Für Kim Wiesweg stehen berufliche Veränderungen an, so viel ist sicher. Die 24-jährige Dorstenerin kandidiert für die Grünen bei der Bundestagswahl. Sollte es am 26. September nicht klappen mit dem Bundestagsmandat, wird sie neue Gleichstellungstellungsbeauftragte der Stadt Dorsten.

Die SPD-Fraktion in Dorsten stößt sich an der Besetzung der Gleichstellungsstelle mit der grünen Ratsfrau. „Der schwarz-grüne Kuschelkurs der letzten Monate entpuppt sich als personalpolitisch motivierter Schachzug“, sagt Fraktionschef Friedhelm Fragemann. Union und Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) erhofften sich offenbar, dadurch „auf Dauer auch die grüne Flanke zu pflegen“.

Verwaltung weist Vorwürfe zurück

Das weist die Stadtverwaltung zurück. Aufgrund normierter Verfahren bei der Einstellung aller Beschäftigten der Verwaltung könne es sich nicht um einem politischen Schachzug handeln, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. Rund 30 Bewerbungen seien auf die extern ausgeschriebene Stelle eingegangen, acht Bewerberinnen habe man zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, an denen der Bürgermeister sowie Vertreter des Personalrats, der Personalabteilung und die Gleichstellungsbeauftragte teilnahmen.

„Alle vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind übereinstimmend und unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen, dass Frau Wiesweg durch ihre Fachkunde zu den Rechtsgrundlagen ebenso wie durch ihre Kreativität überzeugt“, so Böhne.

Der Wechsel Wieswegs in die Verwaltung und das damit einhergehende Ausscheiden aus dem Stadtrat schwäche zudem die Frauenquote der Grünen, kritisiert Fragemann. Im Stadtrat rückt laut Liste Christian Haake nach. Der sechsköpfigen Ratsfraktion der Grünen gehört dann nur noch eine Frau an.

Im grünen Frauenstatut ist festgelegt, dass mindestens die Hälfte aller Ämter und Mandate Frauen zustehen. Sie belegen auf Listen immer ungerade Plätze, beginnend bei Platz eins. Das galt auch bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Damals gab die Frauenversammlung den ersten Platz in Dorsten, der eigentlich einer Frau zugestanden hätte, aus Mangel an Bewerbungen frei. Bei der Wahl holten die Grünen sechs Sitze im Rat. Kim Wiesweg (Listenplatz 7) rückte im März nach, nachdem Natalia Garro de Fraund ihr Ratsmandat niedergelegt hatte.

„Nunmehr Männer aus der Ratsfraktion aufzufordern, ihr Ratsmandat niederzulegen, um den Anteil der Frauen zu erhören, ist keine Option“, sagt Kim Wiesweg. Die Ratsmitglieder seien schließlich in den Stadtrat gewählt worden. Bis zum 26. September wolle sie für ihre politischen Ziele und ein gutes grünes Wahlergebnis kämpfen. Sollte es mit einem Bundestagsmandat klappen, wird sie die Stelle in Dorsten nicht antreten.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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