Dorsten will „Sonntagskinder“ in Bewegung bringen

dzSport-Konzept

Die Stadt Dorsten plant ein neues Sportangebot für Kinder. Denn Kitas, Schulen und Vereine bringen die Kleinen unter der Woche in Bewegung, doch sonntags läuft nicht viel.

Dorsten

, 11.06.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich bewegt, bleibt gesund. Das weiß jedes Kind. Gesundheitsbildung ist deshalb Teil der Lehrpläne. Da geht es um richtige Ernährung, aber auch um Bewegung. Mit der Kita Wischenstück in Wulfen-Barkenberg wurde im Herbst 2019 die erste „Bewegungs-Kita“ in Dorsten zertifiziert. Auch Sportvereine bieten vielfältige Möglichkeiten, allerdings meist nur unter der Woche. Das soll sich bald ändern.

Kooperation mit Vereinen und dem Berufskolleg

Die Stadt Dorsten strebt eine Kooperation mit Vereinen und dem Paul-Spiegel-Berufskolleg an, bestätigte Schuldezernentin Nina Laubenthal auf Anfrage. Das Ziel: die sogenannten „Sonntagskinder“ im Alter von vier bis acht Jahren in Schwung zu bringen.

„Alle Schulen in Dorsten berichten davon, dass gerade nach einem Wochenende viele Kinder nur schwer lernfähig sind, weil sie dann oft zweieinhalb Tage das Haus nicht verlassen haben und einen überhöhten Medienkonsum hatten“, berichtet Laubenthal. Es sei deshalb wichtig, die dauerhafte sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen zu fördern, um dem Bewegungsmangel der heutigen jungen Generation entgegenzuwirken.

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Mit ihrer Meinung steht die Erste Beigeordnete nicht allein. Ein gemeinsam von der Staatskanzlei NRW und dem Landessportbund initiiertes Projekt greift genau diese Problematik auf: Sportplatz Kommune – Kinder- und Jugendsport fördern in NRW“, heißt es. Den Bewilligungsbescheid für eine finanzielle Förderung hat Nina Laubenthal schon in der Tasche.

Wohnortnahe Angebote organisieren

Jetzt geht es darum, niederschwellige, wohnortnahe Spiel- und Sportangebote an Sonntagen in den Sporthallen und an den Sportplätzen der Grundschulen zu organisieren, vor allem in Holsterhausen, Hervest und der Altstadt. „Die Coronakrise hat die Planungen leider ins Stocken gebracht“, räumt Nina Laubenthal ein, „aber nach den Sommerferien wollen wir die Vorbereitungen intensivieren, wenn es die Lage zulässt.“ Sportkoordinator Michael Maiß wird dann Kontakt aufnehmen zu möglichen Kooperationspartnern.

Die Überlegungen der Schuldezernentin gehen aber noch weiter. Sie möchte einen besonderen Fokus auf Neubürger und Menschen mit Migrationshintergrund legen und sie „aktiv in den Prozess einbinden“. Denkbar erscheint ihr, dass Menschen mit Migrationshintergrund zu Übungsleitern ausgebildet werden, um ihre Integration, aber auch die von Kindern in die Dorstener Stadtgesellschaft zu forcieren.

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