Solch einen traurigen Fall haben die Mitarbeiter des Tierheims in Dorsten noch nie erlebt

Tierheim Dorsten

Der kleine Rüde, der am Montag von einem Finder abgegeben wurde, war völlig abgemagert und entkräftet. Jetzt wendet sich das Dorstener Tierheim mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit

Dorsten

, 20.08.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Solch einen traurigen Fall haben die Mitarbeiter des Tierheims in Dorsten noch nie erlebt

Der kleine Rüde war in einem bemitleidenswerten Zustand. © Privat

Noel Hinz und seine Mitarbeiter haben schon so einige Tiere gesehen, die in einem bemitleidenswerten Zustand gewesen sind. „Doch dieser Fall hat selbst uns einfach nur sprachlos und traurig gemacht“, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins Dorsten. Denn der kleine Rüde, der da am Montagnachmittag im Dorstener Tierheim abgegeben worden ist, war völlig abgemagert und dehydriert, sehr schwach und ängstlich, sah völlig ungepflegt aus. „Nur noch ein Häufchen Elend“, sagt Noel Hinz.

Erste Nacht gut überstanden

Das Tierheim-Team begann sofort damit, die arme Kreatur aufzupäppeln, mit Futter, mit Flüssigkeit. Eine Mitarbeiterin sah den ganzen Abend und die halbe Nacht immer wieder nach dem Tier. „Der Hund hat die erste Nacht glücklicherweise gut überstanden“, freut sich Noel Hinz. Eine erste tierärztliche Untersuchung habe ergeben, dass es äußerlich keine gesundheitlichen Auffälligkeiten bei dem Rüden gebe. „Ein Bluttest steht aber noch aus.“ Inzwischen ist der Hund auch geschoren worden. „Es hat zweieinhalb Stunden gedauert, bis wir die ganzen Filzplatten aus seinem Fell entfernt hatten.“

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Gewaltige Resonanz

Normalerweise informiert der Tierschutzverein auf seiner Internetseite nur kurz und knapp über Fundtiere. „In diesem Fall aber haben wir eine Ausnahme und das Ganze groß öffentlich gemacht“, erzählt Noel Hinz, „und ein paar Bilder von dem Tier gepostet.“ Die Reaktion war gewaltig: 660 Kommentare finden sich derzeit auf der Facebook-Seite des Tierschutzvereins, 2574-mal wurde der Beitrag geteilt. Die User wünschen dem Tier alles Gute, äußerten ihr Erschrecken über seinen Zustand, boten ihre Hilfe an.

Solch einen traurigen Fall haben die Mitarbeiter des Tierheims in Dorsten noch nie erlebt

Inzwischen geht es dem Tier etwas besser. © Privat

„Wir haben einige konkrete Hinweise bekommen und gehen den Meldungen nach“, so Noel Hinz. Man habe auch bei Tierärzten in der Umgebung nachgefragt, ob diese das Tier womöglich kennen. Dem war aber nicht so.

Bislang nur Spekulationen

Ob der Hund entlaufen ist oder von seinem Besitzer ausgesetzt wurde? „Das sind alles Spekulationen“, so der Vereinsvorsitzende. „Eine Suchmeldung gibt es nicht, wir müssen jetzt versuchen, da Klarheit reinzubringen.“ Auf alle Fälle werde der Hund wohl zunächst ein paar Wochen im Tierheim bleiben. Der Tierschutzverein freue sich über die Anteilnahme der viele Tierfreunde“, aber: „Der Hund kann noch nicht besucht werden, auch eine Pflegestelle suchen wir derzeit noch nicht.“

Nach Worten von Noel Hinz sei es für ihn unvorstellbar, dass der Hund wieder an seinen Besitzer zurückgeben wird, sollte dieser ermittelt werden“. Letztlich darüber zu entscheiden habe das zuständige Kreisveterinäramt, es sei aber nicht davon auszugehen, dass man dort eine andere Einschätzung habe.

Wer vermisst oder erkennt diesen Hund? Wer kann etwas zu ihm sagen? Der „Tierschutzverein Dorsten und die Herrlichkeit Lembeck“ Alle Meldungen werden absolut vertraulich behandelt. Der Tierschutzverein nimmt Hinweise entgegen: Tel. (02362) 76179, Mail, Facebook .
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