Dorsten hat einen deutlich niedrigeren Inzidenzwert als der Kreis Recklinghausen, doch alle Corona-Maßnahmen gelten grundsätzlich für das gesamte Kreisgebiet. © Grafik: Martin Klose
Coronavirus

So reagiert Dorsten auf den neuen 15-Kilometer-Radius (mit Video)

Jenseits der Kreisgrenze gilt nun ein 15-km-Radius. Dorsten „leidet“ unter den viel schlechteren Zahlen in anderen Städten. Dorstens Bürgermeister sagt, was nun zu tun ist. Und was nicht.

Wer will das kontrollieren? Das ist die wohl meist gestellte Frage, seitdem klar ist, dass für alle Menschen des Kreises Recklinghausen ein 15-Kilometer-Radius jenseits der Kreisgrenze gilt. Egal, in welcher Kreisstadt sie wohnen. Egal, wie hoch der Inzidenzwert in ihrem Wohnort gerade ist.

Eine schlüssige Antwort auf die Frage hat auch Dorstens Bürgermeister nicht. Dafür sei die Verordnung „zu komplex“. Stockhoff machte am Dienstagmorgen das, was er schon seit Monaten gebetsmühlenartig macht. Er appellierte an Vernunft und Verstand der Menschen. „Das ist vielleicht der letzte Schuss vor den Bug“, sagte er nach einer Sitzung im Rathaus.

Es geht laut Stockhoff vor allem darum, die Freizeitaktivitäten nochmals deutlich einzuschränken. Beispiel: Das Pferd jenseits von Hünxe darf noch versorgt werden, ein Ausritt ist aber nicht gestattet.

Verordnung lässt viele Ausnahmen zu

Tatsächlich lässt die neue Regionalverordnung viele Ausnahmen zu, was eine mögliche Kontrolle schwierig macht. Nach dieser Verordnung dürfen sich Bewohner des Kreises innerhalb der Kreisgrenzen bewegen. Verlassen werden darf das Kreisgebiet nur noch um 15 Kilometer jenseits der eigenen Stadtgrenzen. Ebenso ist die Einreise in den Kreis Recklinghausen beschränkt.

Ob der Kommunale Ordnungsdienst aufgestockt wird, ob die Arbeitszeiten verändert werden, ließ der Bürgermeister am Dienstag zunächst offen. „Für eine Aussage ist es noch zu früh.“ Klar scheint, dass die KOD-Mitarbeiter „sicherlich nicht an Einfallstraßen stehen werden und willkürlich kontrollieren, sondern immer dann, wenn sie berechtigt misstrauisch werden.“

Kontrollen an Wanderparkplätzen denkbar

Ein Beispiel: Tobias Stockhoff hält es für denkbar, dass die Autos an Wanderparkplätzen überprüft werden. Werden dort Fahrzeuge mit „fremden“ Kennzeichen entdeckt, könnte eine Überprüfung Sinn machen. „Die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, ist vielleicht gering. Aber wenn man erwischt wird, wird es teuer.“ 25.000 Euro kostet das, um genau zu sein.

Kritik an der neuen Verordnung hält Dorstens Stadtoberhaupt für nachvollziehbar, doch die Kernbotschaft sei eindeutig: „Jeder soll sich fragen, welche Bewegungen derzeit unbedingt nötig sind, auf welche Kontakte vorerst verzichtet werden kann.“ Stockhoff deutete an, dass ihn die neue Regionalverordnung nicht unbedingt begeistert, betonte aber auch: „Etwas Besseres fällt mir derzeit auch nicht ein.“

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Stefan Diebäcker

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