So kämpft ein Holsterhausener gegen den Klimawandel

dzGarten

Viele reden über den Klimawandel, Karl Werner Dickhöfer aus Holsterhausen tut etwas dagegen. Sein Haus ist ein echter Hingucker.

Holsterhausen

, 01.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich wollte immer ein Haus im Grünen und das habe ich jetzt“, sagt Karl Werner Dickhöfer. Das Haus, in dem der 80-Jährige seit 52 Jahren „An den Birken“ in Holsterhausen wohnt, fällt schon von Weitem auf. Denn nahezu das komplette Gebäude ist mit Wildem Wein bewachsen.

Ein Eichhörnchen huscht über die Straße, unter den dicken Trieben des Weins summt und brummt es, die Vögel zwitschern - rund um das Haus des ehemaligen Biologie-Lehrers der Gerhart-Hauptmann-Realschule ist ein Paradies für Vögel und Insekten entstanden.

Hummeln, Vögel und Hornissen im Wilden Wein

Amseln, Wildtauben, Rotkehlchen und sogar Zaunkönige fliegen hier ein und aus und bauen ihre Nester. Auch ein Hornissennest hat Dickhöfer schon einmal entdeckt. Im Garten sind Hummeln, Bienen und Schmetterlinge unterwegs.

So kämpft ein Holsterhausener gegen den Klimawandel

Beide Hausseiten sind mit Wildem Wein bewachsen. Besonders im Herbst ist das eine echte Farbenpracht. © Manuela Hollstegge

Seine Begeisterung für das Grüne liegt dem 80-Jährigen im Blut: Schon das Haus seiner Eltern in Datteln war ähnlich stark begrünt wie sein heutiges. „Meine Mutter hat sogar einmal den ersten Preis bei einem städtischen Wettbewerb zur schönsten Stadtbegrünung gewonnen“, erzählt Dickhöfer.

Nachdem sein Haus in Holsterhausen stand, wartete er noch einige Jahre mit der Begrünung: „Architekten sehen das nicht so gerne.“ Doch dann gab es kein Halten mehr. Inzwischen wächst der Wilde Wein über Dach und zwei Wände, auch die Garagen sind begrünt.

Schornsteinfeger beschwerte sich über zu viel Grün

Er beschneidet in der Regel nur den Bereich um die kleineren Fenster, da diese ansonsten komplett zuwachsen. Einmal bekam der Holsterhausener außerdem einen „Anpfiff“ vom Schornsteinfeger, der seine Arbeit kaum noch machen konnte.

Viel Arbeit mache ihm das Grün ansonsten nicht. „Nur die 14 Tage im Herbst, wenn das Laub runter fällt, die sind arbeitsintensiv“, so Dickhöfer. Dafür ist die Zeit davor umso schöner - wenn der Wilde Wein leuchtend rot schimmert.

Schottergärten sind dem Dorstener ein Dorn im Auge

Dickhöfer ruft auch andere Dorstener dazu auf, ihre Gärten, Vorgärten oder Häuser mehr zu begrünen. Ein besonderer Dorn im Auge sind ihm die Schottervorgärten, die derzeit überall im Trend liegen. „Mir ist klar, dass nicht jeder Platz für große Bäume hat, aber dann kann man beispielsweise nach oben an die Wände gehen, wie ich das gemacht habe“, sagt er.

So kämpft ein Holsterhausener gegen den Klimawandel

Auch die Garagen am Haus sind begrünt. © Manuela Hollstegge

Für ihn ist die Begrünung eine ganz natürliche Form des Co2-Abbaus. Außerdem sorgten Pflanzen und Bäume dafür, dass es in den Städten im Sommer nicht ganz so heiß werde. „Im Wohnzimmer, das von den beiden begrünten Wänden umgeben ist, habe ich zu draußen an heißen Tagen oft eine Differenz von bis zu 10 Grad“, erzählt der 80-Jährige.

Garten-Zeitschrift berichtete über begrüntes Haus

Vor rund eineinhalb Jahren wurde sein begrüntes Haus sogar in der Gartenzeitschrift „Blütenzauber“ vorgestellt. Bis vor Kurzem hat Dickhöfer noch fast alles im Garten selbst gemacht, inzwischen hat er einen Jungen über die Taschengeldbörse, der ihm dabei hilft.

Auf die Frage, ob er durch das ganze Grün nicht auch viel Ungeziefer im Haus habe, muss der ehemalige Lehrer lachen. „Sagen wir mal so, ich habe viele Fliegen im Haus, aber ich habe auch genau so viele Spinnen, die die Fliegen dann fressen.“

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