So erlebte unsere Praktikantin ihre erste Ratssitzung - 2020 wählt sie zum ersten Mal

Kommentar

Wenn mir jemand mal gesagt hätte, dass ich aus freien Stücken, noch vor meinem 18. Geburtstag an einer politischen Sitzung teilnehmen würde, hätte ich ihm, ehrlich gesagt, nicht geglaubt.

Dorsten

von Lara Hauser

, 13.06.2019 / Lesedauer: 3 min
So erlebte unsere Praktikantin ihre erste Ratssitzung - 2020 wählt sie zum ersten Mal

Lara Hauser ist Praktikantin bei der Dorstener Zeitung. © Claudia Engel

Mein Interesse an der Politik in Dorsten war bisher nicht besonders ausgeprägt und meine Kenntnisse nicht besonders weitreichend. Nun war aber tatsächlich der Zeitpunkt gekommen. Worüber ich hier die ganze Zeit rede?

Ich war in der Ratssitzung am Mittwoch mit Einwohnerfragestunde. Das war mein erstes Mal.

Ehrlich gestanden war ich zunächst etwas enttäuscht, als Bürgermeister Tobias Stockhoff begann, die einzelnen Beschlüsse vorzulesen, mit den Anwesenden darüber abzustimmen und sofort zum nächsten Tagesordnungspunkt überzugehen. Das hatte ich mir dann doch etwas spannender und langwieriger vorgestellt.

Doch wie ich schon kurz darauf merkte, wendete sich das Blatt, als Diskussionen über die Benennung einiger Straßen nach den ersten Frauen im Rat in Dorsten, die LEG-Wohnungen in Barkenberg und einen bereits stattgefundenen Workshop der Ratsfraktionen zu Straßenbaubeiträgen begannen.

Diskussionen zogen sich etwas in die Länge

Diese und weitere Diskussionen zogen sich ziemlich in die Länge, da manche mit der Formulierung des einen, der Ansprache des anderen oder generell mit dem Auftreten verschiedener Mitglieder des Rates nicht zufrieden waren und, wie mir schien, eigentlich bereits abgeschlossene Themen erneut aufrollten. So kam es auch, dass die öffentliche Ratssitzung, nach der dann die restlichen Zuschauer den Saal verlassen mussten, erst spät endete.

Abschließend kann ich sagen, dass die Ratssitzung mir trotz der Dauer von mehr als drei Stunden gefallen hat, da es spannend war, diese kommunalpolitische und demokratische Übung mal mitzuerleben, vor allem weil ich gar nicht wusste, dass es überhaupt möglich ist, an Ratssitzungen teilzunehmen.

Keine weiteren Jugendlichen in Sicht

Das einzige, was mir bereits bei der Einwohnerfragestunde auffiel ist, dass ich fast keine weiteren Jugendlichen oder junge Erwachsene ausmachen konnte, die sich beteiligen oder an der Ratssitzung aus Interesse teilnehmen.

Meine erste Wahl, bei der ich selber wählen darf, wird die Kommunalwahl im Jahr 2020 sein. Durch diese Erfahrung wird mir bewusst, dass es schon etwas ausmacht, sich im Vorfeld über die verschiedenen Parteien und ihre Vertreter oder Mitglieder zu informieren.

Bis jetzt war Wahlwerbung mein Maßstab

Bis jetzt habe ich mich oft von den manchmal etwas oberflächlichen Wahlwerbungen leiten lassen, welche Partei ich wohl wählen würde. Nach der Ratssitzung ist mir aber doch klar geworden, dass es wichtig ist, sich als Erstwähler frühzeitig zu informieren und die Parteien auch im Umgang miteinander zu erleben.

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