Skandal im Jugendamt Dorsten: Verdächtiger kaufte nicht nur Spielsachen

dzJugendamt Dorsten

Ein Mitarbeiter des Jugendamtes in Dorsten soll über Jahre Geld unterschlagen haben. Die offenbar sechsstellige Schadenssumme wirft die Frage auf: Was hat der Mann alles gekauft?

Dorsten

, 13.12.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mindestens seit 2016, das haben die internen Ermittlungen der Stadtverwaltung in Dorsten ergeben, soll ein Mitarbeiter des Jugendamtes private Anschaffungen mit städtischem Geld bezahlt haben. Aufgefallen ist das nicht, weil „sie ins Profil seines Fachbereichs fallen“, sagt Jugendamtsleiter Stefan Breuer. „Deshalb gab es keinen Anlass, misstrauisch zu werden.“

Breuer ist erst seit 2017 Leiter des Jugendamtes. Er hat wie sein Vorgänger dem Kollegen vertraut.

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Die Einkaufsliste des Verdächtigen ist offenbar lang gewesen. Es brauchte Zeit, um herauszufinden, was er für dienstliche Zwecke gekauft hat und was nur privat genutzt wurde. „Eine Vielzahl von Einzelfällen mit überwiegend geringen Summen mussten und müssen überprüft werden“, betont die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal.

Eine grobe Übersicht der Einkaufsliste

Stadtsprecher Ludger Böhne wollte auf Anfrage nicht zu sehr ins Detail gehen, was der Verdächtige, mit dem am Mittwoch ein Auflösungsvertrag geschlossen wurde, alles gekauft haben soll. Er gab aber eine grobe Übersicht: „Veranstaltungs- und Musiktechnik, Spielsachen und Mobiliar, aber auch Computertechnik und Werkzeug.“

Veranstaltungstechnik wird zum Beispiel bei der Ausrichtung des Weltkindertages oder Festen in den städtischen Jugendzentren benötigt, Spielsachen ebenfalls oder beispielsweise im städtischen Spielmobil - sie passen also tatsächlich ins „Profil des Fachbereichs“.

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Bei einer mutmaßlichen Schadenssumme von mindestens 100.000 Euro und einem Zeitraum von knapp vier Jahren, der derzeit überprüft wird, wären pro Monat durchschnittlich 2000 bis 3000 Euro zweckentfremdet worden. Jugendamtsleiter Stefan Breuer ist sich ziemlich sicher, dass dies spätestens bei einer Inventur im nächsten Jahr aufgefallen wäre.

So jedoch bedurfte es eines anonymen Hinweises und eines aufmerksamen Mitarbeiters im Rechnungsprüfungsamt, um den Stein ins Rollen zu bringen.

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