Die Velero hat den ehemaligen Wohnungsbestand der LEG an der Talaue, Barkenberger Allee, Dimker Allee, Surick und Kampstraße 2019 aufgekauft. © www.blossey.eu
Meinung

Seit Jahrzehnten vernachlässigt: Sozialer Wohnungsbau in Dorsten

Dorsten hat Parallelen zum Sauerland. An der Lippe kann man genauso günstig wohnen wie an der Möhne. Trotzdem hat die gute Nachricht einen Haken. Dazu ein Kommentar.

Wer hätte gedacht, dass Dorsten und das Sauerland einmal in einem Atemzug genannt werden würden. Tatsächlich gibt es Parallelen. Denn im vergleichsweise weniger dicht besiedelten Städtchen des Sauerlandes sind die Mieten ähnlich niedrig wie in unserer stärker bevölkerten Stadt an der Lippe.

Moderate Preisentwicklung

Trotz des enormen Preisdrucks auf dem Wohnungsmarkt ist die Mietpreisentwicklung in Dorsten bei frei finanzierten Wohnungen moderat. Mieter zahlen Kaltmieten, von denen Großstädter in Essen, Dortmund oder Münster nur träumen können: Zwischen 4,95 Euro und 7,70 Euro kalt pro Quadratmeter. Kommt eben auch immer aufs Baujahr des Hauses und die Ausstattung der Wohnung an.

Leider aber hat das Mietwohnungsangebot in Dorsten einen Haken. Es befriedigt nicht alle Bedürfnisse. Die haben sich durch die älter gewordene Stadtgesellschaft stark verändert. Es fehlen neue, kleinere, bezahlbare, barrierefreie Wohnungen für alleinstehende Mieter mit Mini-Rente oder schmalem Budget. Sozialer Wohnungsbau in Dorsten? Den hat es seit dem Bauboom in den 1970er-Jahren auf den grünen Wiesen in Barkenberg in Dorsten nicht mehr gegeben. Das Defizit muss so schnell wie möglich behoben werden. Hinter verschlossenen Türen wird an einem Masterplan Wohnen gearbeitet. Man darf gespannt sein, welche Rolle der soziale Wohnungsbau bei den Überlegungen spielt.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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