Grüne Schule: Doppelt schwieriger Schulstart im „Fass ohne Boden“

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Die Grüne Schule Barkenberg ist ein Fass ohne Boden. Umbau- und Sanierungskosten sind weit höher als erwartet. Das neue Schuljahr startet deshalb unter doppelt schwierigen Bedingungen.

Wulfen-Barkenberg

, 04.08.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn am Mittwoch (12.8.) die Schule wieder beginnt, bleibt für die Kinder der Grünen Schule alles beim Alten. Außer, dass sie mit Masken zur Schule kommen sollen. Wegen Corona. Gewohnt ist aber mittlerweile der Anblick der Container-Landschaft auf dem Schulhof. Und dass die Turnhalle und die Pausenhalle weiterhin nicht genutzt werden können.

Ulrike Goliath ist Leiterin der Grünen Schule Barkenberg.

Ulrike Goliath ist Leiterin der Grünen Schule Barkenberg. © Guido Bludau

Schulleiterin Ulrike Goliath sagte auf Anfrage, dass sich die Arbeiten wider Erwarten länger hinziehen. „Uns ist mitgeteilt worden, dass der zweite Bauabschnitt jetzt erst im Herbst umgesetzt werden kann statt schon im Sommer.“ Tatsächlich gleicht die Sanierung der Grünen Schule, die 1973 eröffnet worden ist, einem Fass ohne Boden.

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Fenster, Türen, Dächer, Heizung und Gebäudetechnik müssen erneuert werden. Die vorhandene Elektroheizung soll auf ein wassergeführtes Heizsystem umgestellt werden.

Kunterbuntes Durcheinander in der Pausenhalle: Hier sieht es noch mächtig nach Arbeit aus.

Kunterbuntes Durcheinander in der Pausenhalle: Hier sieht es noch mächtig nach Arbeit aus. © Guido Bludau

Im Bauausschuss wunderten sich vor den Sommerferien einige Mitglieder darüber, warum die Arbeiten so schleppend voranschreiten und die Kosten explodiert sind. Ursprünglich war man von einem geschätzten Sanierungsaufwand von 5,9 Millionen Euro ausgegangen. Mittlerweile hat sich Betrag erhöht, wenngleich Jens Ritter, Amtsleiter im Zentralen Gebäudemanagement der Stadt, im Bauausschuss darauf hinwies, dass bei der Endabrechnung schätzungsweise 6,3 Millionen Euro zu Buche schlagen werden und nicht wie zwischenzeitlich angenommen 7,1 Millionen Euro.

Personalmangel und fehlerhafte Berechnungen externer Büros

Warum die Kosten so hoch sind, wurde mit Personalmangel auf der einen Seite und fehlerhaften Annahmen eines externen Planungsbüros auf der anderen Seite begründet. „Die Kostensteigerung begründet sich aus einer unvollständigen

Bedarfsermittlung und fehlerhaften Beurteilung der Sanierungskosten anlässlich der Bauzustandsuntersuchung“, erläuterte Jens Ritter dem Fachausschuss.

Die Grüne Schule peilt den Regelbetrieb an, muss aber weiterhin mit der Container-Lösung vorlieb nehmen.

Die Grüne Schule peilt den Regelbetrieb an, muss aber weiterhin mit der Container-Lösung vorlieb nehmen. © Guido Bludau

Hier seien beispielsweise Kosten für Ersatzklassencontainer in Höhe von 150.000 Euro angenommen worden, die aktuellen Kosten lägen aber bei 425.000 Euro. Weitere Gründe seien in den aktuellen Marktrisiken, der Baupreisentwicklung oder zusätzlichen Anforderungen aus dem Brandschutz zu suchen. Die Einschätzung der anfallenden Nebenkosten in Höhe von 20 Prozent sei ebenfalls zu gering gewesen, so Ritter.

Wegen der begrenzten Kapazitäten bei den beauftragten Planern sei es überdies zu Terminverschiebungen gekommen. Der zweite Bauabschnitt, für den Sommer in Aussicht gestellt, wird jetzt wahrscheinlich im Herbst begonnen. Wann dürfen Schüler, Eltern und Lehrer denn nun mit Abschluss der Arbeiten rechnen? Wohl kaum noch in diesem Jahr.

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