Schölzbach: Trittstein-Querung konnte nicht alle Bürger überzeugen

dzWir machen Mitte

Die Umgestaltung des Schölzbachtals hat begonnen, ab Februar ist der „Winks Mühlen Park“ an der Reihe. Den Anwohnern wurden die Pläne vorgestellt - doch es gab auch Kritik an der Umsetzung.

Dorsten

, 24.08.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das rote Luftballon-Band zeigte an, wie die ursprünglich geplante Querung des Schölzbachs im „Winks Mühlen-Park“ am Alten Postweg ausgesehen hätte - mithilfe einer Brücke, die gemäß bürokratischer Vorgaben im Endeffekt 30 Meter lang hätte sein müssen. Die blauen Luftballons hingegen markierten die jetzige Lösung: Trittsteine im Wasser, die deutlich günstiger zu bekommen sind als ein rund 160.000 Euro teures Brücken-Konstrukt.

Parkbereiche werden verknüpft

Die Übergangsfurt befindet sich des unweit des Eingangs des dortigen Ritter-Spielplatzes und soll die beiden durch den Bachlauf geteilten Parkflächen miteinander verknüpfen. Dort trafen sich nun die gut 30 Planer, Verwaltungsvertreter, Politiker, Stadtteilbüro-Mitarbeiter und Anwohner zu einer Bürgerinformationsveranstaltung zur Umgestaltung des Schölzbachtals, eines der wichtigsten und teuersten Projekte des Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte“.

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Die Umbaupläne für den in der Dorstener Altstadt so lange vernachlässigten Schölzbach hat das Planungsbüro von Peter Drecker erstellt. Als Kirchhellener freute er sich, dass das Gewässer in seinem Heimatort unter dem Namen „Schölsbach“ entspringt.

Nicht behinderten-gerecht

Drecker machte wenig Hehl aus der Tatsache, dass ihm die Brücken-Lösung deutlich mehr zugesagt hätte. Zumal Brücken seit jeher ästhetisch-planerischer Bestandteil von Parkanlagen seien.

Auch anwesende Bürger wiesen auf die Nachteile der Trittsteine hin: bei viel Niederschlag befinden sie sich unter Wasser, Gehbehinderte müssten weiterhin um den Park herum laufen, um auf die andere Seite zu gelangen und für Kinder sei die Überquerung womöglich nicht ungefährlich.

Der Schölzbach unterquert den Alten Postweg und bildete ein paar hundert Meter früher die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen.

Der Schölzbach unterquert den Alten Postweg und bildete ein paar hundert Meter früher die Grenze zwischen Rheinland und Westfalen. © Michael Klein

Hendrik Schulze-Oechtering, Anwohner und CDU-Ratsherr, regte an, durch bauliche Maßnahmen die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen, damit der Bach nicht so häufig verschlammt. Er fragte auch, ob dem Altstadt-Bach-Zweig angesichts immer häufigerer Trockenheit denn nicht an der Hohen Brücke, wo er von seinem zweiten Bachlauf durch die Feldmark „abgezweigt wird“, mehr Wasser zugeführt werden könne? Nein, hieß es vonseiten der Stadt, denn dann müsse man beim Einlauf in die Lippe mehr pumpen, dies sei zu teuer.

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Der Park, so hofften Teilnehmer, werde durch die Umgestaltung wieder „offener“ und bilde so wieder eine Einheit. Ab Februar 2021 soll hier umgebaut werden, der Verbindungsweg zwischen Kirchhellener Allee und Katharinenstraße bekommt dann auch endlich eine Beleuchtung.

Baustart am Finkennest

Bis dahin stehen zunächst zwei weitere Schölzbachtal-Bereiche an: Im Bereich Finkennest wird derzeit bereits kräftig gearbeitet, im Herbst sind die Ersatzpflanzungen der Kirschbäume am Alten Postweg an der Reihe.

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