Apothekerin Ferda Hömke würde gerne Corona-Schnelltests anbieten, kann das aber aufgrund der Bestimmungen nicht. © privat
Corona-Schnelltests

Schnelltests in Apotheken: Angebot kann nicht überall umgesetzt werden

Corona-Schnelltests werden auch in einigen Apotheken angeboten. Doch damt verknüpft sind einige Bedingungen. Deshalb müssen manche Apotheken ungewollt darauf verzichten.

Seit kurz vor Weihnachten dürfen Apotheken Antigen-Corona-Schnelltests durchführen. Allerdings sind damit bestimmte Auflagen verknüpft: Nur symptomfreie Personen dürfen sich testen lassen, die zu Testenden sollen möglichst nicht mit den anderen Kunden in Kontakt kommen. Deswegen bieten nicht alle Apotheken Schnelltests an.

Felix Holzwarth, Inhaber der Holzwarth-Apotheke in Dorsten, erklärt: „Wir machen es nicht an allen Standorten, in Dorsten und Lembeck bieten wir Schnelltests an. Für den Test muss man die Maske abnehmen, das kann man nicht in jedem Raum machen.“ Nicht in allen Holzwarth-Apotheken könne man die nötigen Hygienemaßnahmen einhalten.

Positives Ergebnis wird an Gesundheitsamt gemeldet

„Die Mitarbeiter mussten vorher geschult werden. Für einen Apotheker ist es ja eine fremde Situation, so einen Test zu machen“, berichtet Felix Holzwarth. Symptomfreie Bürger müssen sich vorher anmelden und ihren Test selbst bezahlen. „Der Preis liegt, wie in Arztpraxen auch, zwischen 40 und 50 Euro“, meint der Apotheker. Wichtig ist ihm, dass die Getesteten eine Einverständniserklärung unterschreiben, in der steht, dass ein positives Testergebnis dem Gesundheitsamt gemeldet wird. „Man entzieht sich also nicht der ärztlichen Meldung“, betont Felix Holzwarth.

Ein Aufklärungsgespräch und Schutzausrüstung für die Mitarbeiter sind Bestandteil des Schnelltests. Bis jetzt ist die Nachfrage in seinen Apotheken laut Felix Holzwarth allerdings „mega gering“. Insgesamt sei die Zahl der in Anspruch genommenen Apotheken-Schnelltests noch einstellig. Zu Heiligabend seien einige gekommen. „Die Tests sind eine absolute Momentaufnahme. Ich weiß, ich bin die nächsten fünf, sechs Stunden nicht infektiös“, stellt der Apotheker klar.

Ausweichen innerhalb der Mercaden nicht erlaubt

„Ich würde die Tests liebend gerne durchführen, wenn es in anderen Räumlichkeiten möglich wäre“, erzählt Ferda Hömke, Inhaberin der Achtsam-Apotheke in den Mercaden. In den Räumen der Apotheke kann sie nicht die erforderlichen Hygiene-Maßnahmen einhalten, um die Testpersonen von den anderen Kunden zu trennen. Ferda Hömke wünscht sich eine Lockerung des Apothekengesetzes.

„Wir haben genug Räume in den Mercaden, in denen ein Test möglich wäre“, meint sie. Aber die Gesetzgebung erlaube es der Apothekerin nicht, zu diesem Zweck ihre Apotheke zu verlassen. „So einfach, wie das vom Gesetzgeber ausgesprochen wird, ist es für die Apotheken nicht“, stellt Ferda Hömke fest.

Viele Kunden würden sie nach der Möglichkeit eines Schnelltests in der Apotheke fragen. „Es tut mir in der Seele weh, dass es nicht möglich ist“, erklärt sie. Auch eine Testung außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist für die Mutter, deren Arbeitstag erst um 20 Uhr endet, keine realistische Option.

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Bastian Becker

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