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Schmuddelige Hochstadenbrücke über den Kanal in Dorsten wird mit 400.000 Euro verschönert

dzBrückensanierung

Die Hochstadenbrücke in Dorsten sieht ziemlich unansehnlich aus. Am Dienstag entscheidet die Politik über das neue Outfit. Wir stellen hier die Pläne für das neue Farb- und Lichtkonzept vor.

Dorsten

, 03.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Hochstadenbrücke über dem Wesel-Datteln-Kanal ist schwer in die Jahre gekommen: Die rote Farbe an den kleinen Hütchen-Dächern ist zum Teil abgesplittert, überall sind Graffiti aufgesprüht, Unkraut sprießt, alles sieht ziemlich schmuddelig aus. Doch mit Fördermitteln für das Stadtumbau-Projekt „Wir machen Mitte“ soll der Übergang zwischen Mercaden-Einkaufszentrum und Gymnasium-Petrinum-Komplex wieder attraktiver werden.

Nichtöffentliche Vorauswahl

Die Dorstener Politik wird in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Dienstag nächster Woche (9. April) um 17 Uhr im Sitzungssaal des Dorstener Rathauses über das Farb- und Lichtkonzept entscheiden. Der neuformierte „Beirat für Kunst im öffentlichen Raum“ hatte im Februar dieses Jahres im nichtöffentlichen (Sitzungs-)Raum eine Vorauswahl getroffen. Das neue Konzept wurde von dem Landschaftsarchitekturbüro „Greenbox“ und dem Planungsbüro „lichtraumstadt planung“ gemeinsam erarbeitet - und wird farblich für ganz andere Akzente sorgen.

Schmuddelige Hochstadenbrücke über den Kanal in Dorsten wird mit 400.000 Euro verschönert

Diese Farbvariante für die Brücke schlägt die Verwaltung der Politik vor. © lichtraumstadt planung

Die Hochstadenbrücke wurde 1980 gebaut, im Zuge des damals neu errichteten und längst wieder abgerissenen Lippetor-Einkaufszentrums. Namensgeber der Brücke ist der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden, der Dorsten im Jahre 1251 die Stadtrechte verlieh. Entworfen hat sie der renommierte Dorstener Architekt Prof. Manfred Ludes, der inzwischen verstorben ist. Deswegen musste sein Sohn Dr. Michael Ludes als Urheberrechtssachverwalter seine Zustimmung geben.

Blau-grau Farbvariante

Die beiden Büros haben vier unterschiedliche Farb-Varianten erarbeitet, die Verwaltung schlägt der Politik die blau-graue Version vor. Sockel und Hütchen-Dächer bekommen demnach einen dezenten Blau-Ton, der auf die Farbe der benachbarten Verkehrsbrücke (B 224) abgestimmt ist. Der Mittelteil wird grau, dazwischen gibt es weiße Abschnitte (Betonauflager und Eingänge zu den Balkonen). Der Boden bekommt im Mittelteil einen rötlich-orangenen Kaltplastikbelag, der an eine Tartanbahn erinnert, an den Uferseiten sind die Bodenbeläge dunkel-grau.

Schmuddelige Hochstadenbrücke über den Kanal in Dorsten wird mit 400.000 Euro verschönert

So soll künftig der Übergang im Dunkeln aussehen. © lichtraumstadt planung

Die Dachgeometrien sollen als stimmungsvolle Kuppeln farbig beleuchtet werden, der Boden unter den Hauben wird mit neutraler Farbe illuminiert. Auch die Geländer-Handläufe geben unterseitig ein bodennahes Licht ab. Zudem sollen neue Sitzbänke installiert werden. Die Stadt rechnet mit Gesamtkostenkosten in Höhe von 400.000 Euro, wovon 80 Prozent aus Fördermitteln stammen, den Rest übernimmt die Stadt.

Die Zeit drängt

Da diese bereits aus der ersten Fördertranche für „Wir machen Mitte“ (STEP 2015) stammen, drängt die Zeit: Die Renovierung der Brücke, die im Zuge der Mercaden-Bauarbeiten und der Sanierung der Kanaluferpromenade zwischen 2015 und 2017 für 18 Monate gesperrt war, muss bis Ende des Jahres fertiggestellt und mit dem Land komplett abgerechnet sein.

Übrigens: Mit (noch) keinem Wort in den Neugestaltungs-Plänen wird die Graffiti-Jugendgruppe des Gemeinschaftshauses Wulfen erwähnt. Sie hatte 2015 bei einem „Wir machen Mitte“-Bürgerwettbewerb den Publikumspreis erhalten und den zweiten Platz belegt. Ihr kreativer Vorschlag, die Brückenpfeiler an der Hochstadenbrücke mit einem Palmenstrand-Bild zu gestalten, sollte, so wurde damals jedenfalls öffentlich den Jugendlichen versprochen, mit Mitteln aus dem Bürgerfonds umgesetzt werden können.
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