Sanierung viel teurer als geplant: Nun doch neuer Schul-Anbau?

dzWilhelm-Lehmbruck-Schule

Die Wohnung an der Östricher Schule soll saniert und schulisch genutzt werden. Weil das viel teurer als geplant ist, prüft die Stadt nun eine Option, die sie eigentlich ausgeschlossen hatte.

Östrich

, 15.06.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2019 zogen die Mieter der ehemaligen Hausmeisterwohnung neben der Wilhelm-Lehmbruck-Schule in Östrich aus. Seitdem stehen rund 120 Quadratmeter Nutzfläche leer. Das weckte auch Begehrlichkeiten bei den Östrichern, die ihre Ideen auf mehreren Stadtteilkonferenzen vortrugen und diskutierten.

Etwa die vorübergehende Nutzung der Räumlichkeiten als eine Art Dorfcafé, bis mit den Bauarbeiten begonnen wird. Laut einem Ratsbeschluss aus 2017 soll die ehemalige Hausmeisterwohnung nämlich für rund 195.000 Euro saniert und anschließend schulisch genutzt werden. Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“.

Sanierungsbedarf viel größer als zunächst angenommen

Raumbedarf hatte die Östricher Grundschule seinerzeit genug angemeldet: Es fehlten Räume zur Differenzierung, für die individuelle Förderung und für die Schulverwaltung. Auch die Toiletten seien nicht ausreichend.

Von der Idee eines Dorfcafés mussten die Östricher sich verabschieden, nachdem klar war, wie sanierungsbedürftig die ehemalige Hausmeisterwohnung tatsächlich ist. Offenbar muss so viel gemacht werden, dass auch die ursprünglich veranschlagten 195.000 Euro bei Weitem nicht ausreichen.

Die Verwaltung beziffert die Sanierungskosten für die ehemalige Hausmeisterwohnung inzwischen auf mehr als 280.000 Euro - und darin ist noch nicht mal die Lösung der Toiletten-Problematik enthalten. Dafür ist laut Verwaltung ein zusätzlicher Anbau nötig, der noch mal rund 60.000 Euro kosten würde.

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„Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie für die Varianten Umbau, Sanierung Bestandsgebäude oder Erweiterungsneubau erstellt“, teilte die Stadt mit. Die Ergebnisse werden bis Ende dieses Monats erwartet. Die Nutzung der Räumlichkeiten durch die OGS sei eine Option, die aber auf Wirtschaftlichkeit und Funktionalität geprüft werden müsse.

Vor drei Jahren hat die Stadtverwaltung die Kosten für einen neuen Anbau auf mindestens 400.000 Euro beziffert und sich klar positioniert: „Im Hinblick darauf, dass der Schulstandort auf absehbare Zeit zwar gesichert ist, aber langfristige Prognosen bei kleinen Schulstandorten generell schwierig sind, verbietet es sich, zusätzlichen Schulraum zu schaffen“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Eine Verbesserung der Raumsituation kam damals aus Sicht der Verwaltung nur dann in Betracht, wenn die ehemalige Hausmeisterwohnung schulisch genutzt wird.

Ratsbeschluss kann nicht umgesetzt werden

Die Politik sah es damals genauso. Der einstimmige Ratsbeschluss kann nun aber nicht umgesetzt werden und auch bei anderen Projekten, die mit Fördermitteln realisiert werden, haben sich zum Teil erhebliche Veränderungen bei den Kosten ergeben. Die Verwaltung hat angekündigt, eine neue Vorlage für die Politik zu erstellen, sobald sich eine Lösung an der Wilhelm-Lehmbruck-Schule abzeichnet.

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