Hat die besten Zeiten hinter sich: Das alte Gemeindehaus der Kreuzkirche an der Glück-Auf-Straße. Links daneben die Kita Regenbogen. © Guido Bludau
Neubaumaßnahmen

Rund um die Kreuzkirche bleibt kein Stein auf dem anderen

Das Kreuzkirchenviertel wird in den kommenden zwei Jahren ein neues Gesicht bekommen. Dorsten gewinnt interessante Wohnungsangebote hinzu.

Vor Pfarrer Michael Laage und seinen Gemeindegliedern in Hervest liegen spannende Monate. Denn im Kreuzkirchenviertel zwischen Glück-Auf-Straße und An der Landwehr wird die komplette Gebäudesubstanz auf den Kopf gestellt bzw. abgerissen: „Das Paul-Gerhardt-Haus wird für die benachbarte Kindertagesstätte Regenbogen mit ihren vier Gruppen umgebaut. Das alte Gemeindehaus und der Altbau der Kita werden abgerissen“, kündigte der Pfarrer an.

Der Gemeindesaal im Obergeschoss des alten Gemeindehauses war mal Schauplatz für eine Vielzahl von Veranstaltungen.
Der Gemeindesaal im Obergeschoss des alten Gemeindehauses war mal Schauplatz für eine Vielzahl von Veranstaltungen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Bauträgerin ist aber nicht die Evangelische Kirchengemeinde. Sie hat die Grundstücke in Erbpacht an das Diakonische Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten vergeben. Das Diakonische Werk revanchiert sich mit umfassenden Sanierungsarbeiten und vermietet zum Beispiel den Kindergarten dann wieder an die Kirchengemeinde.

Das Diakonische Werk lässt die alte Bausubstanz beseitigen, um stattdessen ein neues Wohn- und Bürohaus errichten. „Das wird ein vierstöckiger Neubau sein, in dem Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen leben sollen. Außerdem werden weitere Wohnungen im Obergeschoss des Hauses für Wohnen mit Service für ältere Menschen hergerichtet“, sagt Michael Laage.

Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, Sebastian Schwager, ist aus Sicht der Kreuzkirchengemeinde ein Mann mit Expertise, der „viel frischen Wind“ in die Vorhaben gebracht habe: „Er ist Betriebswirt und bestens aufgestellt als Fachmann für die Neubauvorhaben“, meint Laage. Schwager hat erst in diesem Jahr die kaufmännische Geschäftsführung des Diakonischen Werkes übernommen, nachdem er ein Jahr lang Zeit hatte, als Stellvertreter das umfassende Aufgabengebiet kennenzulernen.

Kita Regenbogen zieht ins ehemalige PGH um

Schwager sagte auf unsere Anfrage, dass zunächst einmal die Kita Regenbogen im ehemaligen Paul-Gerhardt-Haus mit vier Gruppen einziehen wird. „Die Arbeiten sind zu 90 Prozent fertig, wir brauchen aber noch Genehmigungen von der Stadt Dorsten.“ Der Umzug soll nach Abschluss der Bauarbeiten so schnell wie möglich erfolgen.

Die alte Kita Regenbogen wird abgerissen.
Die alte Kita Regenbogen wird abgerissen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Dass die alte Kita, schmucklose eingeschossige Zweckbauten, verschwinden wird und auch das alte Gemeindehaus aus den 1960-er Jahren endlich abgerissen wird, kann die Kirchengemeinde gut verschmerzen. „Es war total baufällig“, so der Pfarrer. Die gemeinsame Heizung des Gemeindehauses und der Kita hätten zuletzt ewig Probleme bereitet.

Außenwohngruppe, Einzelwohnungen und Seniorenwohnen

Das vierstöckige Bauwerk nebenan, das an Stelle des alten Gemeindehauses errichtet werden soll, wird eine Außenwohngruppe für 16 erwachsene Menschen mit psychischen Einschränkungen beherbergen, zudem wird es betreutes Einzelwohnen im Haus für sechs weitere Menschen mit psychischen Erkrankungen geben, außerdem wird die Familienbildungsstätte, die einst alleine im PGH zuhause war, im Erdgeschoss Räume bekommen.

„Wir hoffen auf Synergieeffekte. Schließlich kommen einige Angebote der Familienbildung auch für die Menschen im neuen Wohnhaus in Betracht, sodass eine gemeinschaftliche Nutzung denkbar ist“, so Michael Laage. Weitere Wohnungen im Haus sind Senioren vorbehalten, die Serviceleistungen in Anspruch nehmen wollen.

Schwager weiß schon jetzt: „Die barrierefreien Wohnungen werden stark nachgefragt sein.“ Etwa 800 Quadratmeter der 2120 Quadratmeter umfassenden Wohnflächen auf vier Etagen sind für ältere Bewohner reserviert. Die Wohnungen werden je nach Wunsch 55 bis 100 Quadratmeter haben. „Eine Warteliste wird eingerichtet, sobald die Baumaßnahme beginnt“, verspricht Schwager.

Die Wohnstätte Tisa von Haus Hall ist für die Kreuzkirchengemeinde nebenan ein echter Zugewinn.
Die Wohnstätte Tisa von Haus Hall ist für die Kreuzkirchengemeinde nebenan ein echter Zugewinn. © Guido Bludau © Guido Bludau

Pfarrer Michael Laage freut sich nach Abschluss aller Abriss- und Neubaumaßnahmen auf das neue Kreuzkirchenviertel. „Nebenan haben wir ja schon Haus Hall, eine Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderungen im Erwachsenenalter der katholischen Kirche. Sie sind für uns zu einem tollen Partner geworden.“

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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