Der Brahms-Chor aus Dorsten freut sich auf die nächsten Proben ohne Maske. Das Foto wurde zu Zeiten gemacht, in denen die Abstandsregeln nicht galten. © Privat
Coronavirus

Rund 60 Euro für die Chorprobe: Ungeimpfte dürfen nur mit PCR-Test singen

Nur noch geimpfte und mit einem PCR-Test getestete Personen dürfen im Chor singen. Das besagt die neue Coronaschutzverordnung. Dorstener Gesangsvereine bleiben entspannt.

Am 20. August tritt die neue Coronaschutzverordnung in Kraft. Darin ist auch eine neue Regelung für Chorproben verankert: Mitglieder dürfen gemeinsam ohne Maske singen, dabei dürfen aber nur geimpfte, genesene oder mit einem PCR-Test getestete Personen teilnehmen. Chöre, wie der Schermbecker Frauenchor „bella musica“, sehen die neuen Regelungen aber entspannt.

Fast alle Sängerinnen und Sänger geimpft

„In unserem Chor sind seit Ende Juli alle 38 Sängerinnen durchgeimpft, sodass die neue Verordnung für uns kein Problem darstellt“, erklärt Gudrun Steinmann, Vorsitzende des Frauenchors. Die Mitglieder des Brahms-Chores in Dorsten sehen bei der neuen Regelung ebenfalls keine Schwierigkeiten.

Lediglich ein Chormitglied wurde noch in dieser Woche geimpft, somit sind auch in diesem Gesangsverein alle immunisiert. „Dieses Mitglied muss dann jetzt zwei Wochen auf die nächste Probe warten“, sagt Martin Fleckenstein, Vorsitzender des Chores.

„Schnelltests sollten ausreichen“

Für ihn und die weiteren Sängerinnen und Sänger im Alter von Anfang 20 bis 70 Jahren ist gerade die entfallende Maskenpflicht eine Erleichterung. „Die neuen Verordnungen sind für unsere Proben eine deutliche Verbesserung“, erklärt Martin Fleckenstein zuversichtlich. Im Gegensatz dazu sieht Wilhelm Hardt, Vorsitzender des Männergesangsvereins Hervest-Dorsten, die neuen Regelungen nicht für sinnvoll.

„Ich habe in ehrenamtlichen Diensten gearbeitet und dort war ein Schnelltest immer ausreichend“, sagt er. Er findet nämlich, dass Schnelltests für die Gesangsproben der 29 Sänger auch ausreichen sollten.

Allerdings: Schnelltests haben gegenüber den PCR-Tests eine höhere Fehlerrate. Deswegen wird nach jedem positiven Schnell- und Selbsttest immer ein PCR-Test gemacht.

Gefahr durch Aerosole mit Impfung oder Test gemindert

Zudem verteilen sich Aerosole gerade beim Singen und in geschlossenen Räumen sehr schnell. Der hohen Ansteckungsgefahr ist sich auch Gudrun Steinmann bewusst. Sie sei froh, dass sich durch die Impfung die Frage von PCR-Tests oder der Ausschluss von Teilnehmerinnen nicht stelle.

„Da der Aerosol-Ausstoß beim Singen auch in Gottesdiensten hoch ist, begrüße ich die neue Regelung sehr“, betont Pfarrer Michael Laage von der Evangelischen Kirchengemeinde Hervest-Wulfen. Auch dort gilt zurzeit die Maskenpflicht während des gesamten Gottesdienstes. „Es ist schön, dann wieder ohne Maske singen zu können“, sagt er freudig.

Pfarrer Laage plant gerade einen neuen Pop-Chor, dessen Proben am Mittwoch, 25. August, starten. „Die Interessenten, die sich bis jetzt gemeldet haben, sind meines Wissens geimpft“, erklärt er. Interessenten ohne Impfung dürfen dementsprechend nur mit einem negativen PCR-Testergebnis teilnehmen.

Über die Autorin

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.