Künstler Ralf Pohlmann hat die drei Meter hohe Landmarke für den Ruhr-Kulturgarten erschaffen. © Michael Klein
Ruhr-Kulturgarten

Ruhr-Kulturgarten ist um eine drei Meter hohe Landmarke reicher

Die Wiederbelebung des „Ruhr-Kulturgartens“ im Süden von Dorsten schreitet voran. Jetzt wurde sogar eine weitere Skulptur in diesem besonderen Kunst- und Landschaftsensemble eingeweiht.

Wer schon länger nicht mehr oder gar noch nie im Ruhr-Kulturgarten am Hof Dalhaus im Achterfeld in Altendorf-Ulfkotte gewesen ist, sollte sich angesichts des endlich sommerlichen Wetters dieses Kleinod zu Gemüte führen: Natur-Idylle pur in diesem damaligen Dorstener Ruhr.2010-Kulturhauptstadt-Projekt – und nach elf Jahren des gestalterischen Stillstands ist nun sogar eine weitere Groß-Skulptur ins Landschafts-Kunst-Ensemble „eingepflanzt“ worden.

Eine drei Meter hohe Säule

Drei Meter hoch ist die Säule, die der Dorstener Künstler Ralf Pohlmann mitten im Grün erschaffen hat und die jetzt offiziell eingeweiht worden ist. Eine aufragende Landmarke am Wegesrand, wo einstmals unweit entfernt der Gahlensche Kohlenweg das „Transportband“ für das schwarze Gold von der Ruhr hin zur schiffbaren Lippe bildete.

Der Ruhr-Kulturgarten setzt sich aus 53 Apfelbäumen für die 53 Ruhrgebietsstädte zusammen, die maßstabsgetreu gepflanzt wurden.
Der Ruhr-Kulturgarten setzt sich aus 53 Apfelbäumen für die 53 Ruhrgebietsstädte zusammen, die maßstabsgetreu gepflanzt wurden. © Michael Klein © Michael Klein

Das Grau der Säule erinnert an Kohle und Koks, aber auch an den Grundfarbton im Revier der 1950er- bis 1970er-Jahre. Im oberen Teil setzte Pohlmann ein positives Zeichen: für Dynamik und Entwicklung.

„Spitze und Sockel sind bewusst aus Ibbenbürener Sandstein gestaltet worden“, sagt er: „Denn das Deckgebirge bei Kohlevorkommen besteht aus Sandstein.“ Dazu ein Text im Sockel, der an das Anhalten, den Zauber, an die Zerbrechlichkeit gemahnt.

Ralf Pohlmann, Steinmetz von Beruf, gehörte zu jenen acht Künstlern, die 2010 während der Dorstener Local-Heroes-Woche dafür sorgten, dass der Gahlenschen Kohlenweg im öffentlichen Raum dicht „bespielt“ wurde – von der Stadtgrenze Gelsenkirchen bis zum Endpunkt am ehemaligen Kohlhaus am Kanal.

Auch diese Ruhrgebiets-Städteschilder sollen integriert werden.
Auch diese Ruhrgebiets-Städteschilder sollen integriert werden. © Michael Klein © Michael Klein

Die neue Landmarke, im „Übergangsbereich“ zwischen Industrie (Scholven) und Landwirtschaft platziert, ist Sinnbild für die Vernetzung von Kunst- und Landschafts-Erlebnis, die im Ruhr-Kulturgartens künftig wieder stärker praktiziert werden soll.

Hofeigentümer Dr. Tobias Dalhaus, die Stadt, Künstler, die Biologische Station und weitere Akteure – sie schaffen neue Aufenthaltsqualität (der Verkehrsverein hat eine Wellenliege gestiftet), sie setzen die 53 Apfelbäume als Symbole für die 53 Revier-Städte mit neuen Kreativ-Ideen in Szene (Künstlerin Brigitte Stüwe gestaltet „malerische“ Infotafeln), organisieren Baum-Paten, schaffen neue Lebens- und Kulturräume etwa für Steinkauz und Insekten.

Diese Wellenliege hat der Verkehrsverein für den Ruhr-Kulturgarten gestiftet. © Privat © Privat

Im Oktober soll der dann „runderneuerte“ Ruhr-Kulturgarten der Öffentlichkeit groß vorgestellt werden – und spätestens dann zum Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern werden.

Kultur- und Landschaftsführer

Heinz Meyer von der Kulturinitiative Emscher-Lippe und damaliger Ideengeber des Ruhr-Kulturgartens brachte dafür die „Lippe-Guides“ ins Spiel, die er an hiesigen Volkshochschulen ausbilden lassen möchte – und die als Kunst- und Landschaftsführer mit ihren Gästen auch dieses Kleinod ansteuern könnten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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